Überleitung zum Nettoergebnis

Positive Einmaleffekte


Die Überleitung vom betrieblichen Ergebnis zum Nettoergebnis ist durch positive Effekte aus der Marktbewertung von Commodity-Derivaten geprägt. Im Vorjahresvergleich kommt auch der Wegfall der Belastungen durch den Börsengang von American Water zum Tragen. Dem standen höhere Zinsaufwendungen und eine Abschreibung auf unsere Beteiligung am US-Unternehmen Excelerate gegenüber.

Neutrales Ergebnis
in Mio. €

Jan – Sep
2009

Jan – Sep
2008

+/–
in Mio. €

Jan – Dez
2008

Veräußerungsgewinne

29

47

–18

89

Firmenwertabschreibungen

Restrukturierungen, Sonstige

190

–553

743

–574

Neutrales Ergebnis

219

–506

725

–485

Das neutrale Ergebnis lag mit 219 Mio. € um 725 Mio. € über dem Vorjahreswert. Im Einzelnen zeigte sich folgendes Bild:

  • In den ersten drei Quartalen 2009 fielen keine nennenswerten Veräußerungsgewinne an (29 Mio. €). Auch der Vorjahreswert (47 Mio. €) war sehr niedrig ausgefallen.

  • Das unter „Restrukturierungen, Sonstige“ ausgewiesene Ergebnis belief sich auf 190 Mio. €. Gegenüber 2008 ist das ein Plus von 743 Mio. €. Ausschlaggebend dafür waren Effekte aus der bilanziellen Erfassung von Derivatgeschäften, die der preislichen Absicherung von Terminkontrakten (Grundgeschäften) dienen. Gemäß IFRS sind bestimmte Derivate mit den Marktwerten am jeweiligen Stichtag zu bilanzieren, während die (genau umgekehrt reagierenden) Grundgeschäfte erst später bei ihrer Realisierung ertragswirksam erfasst werden dürfen. Dadurch entstehen kurzfristige Ergebniseffekte, die sich im Laufe der Zeit wieder aufheben. Die Derivate betrafen im Wesentlichen Gas-Terminverkäufe der RWE Supply & Trading und der RWE Energy. Veränderungen ihrer Marktwerte führten im Saldo zu Erträgen von 578 Mio. €, nachdem im Vorjahr Aufwand von 362 Mio. € angefallen war. Gegenläufig zum erläuterten Derivate-Effekt wirkte, dass wir eine Abschreibung auf unsere At-Equity-Beteiligung an Excelerate in Höhe von 250 Mio. US$ (182 Mio. €) vorgenommen haben. Das auf den Transport von verflüssigtem Erdgas (LNG) spezialisierte US-Unternehmen kann unsere Ertragserwartungen bislang nicht erfüllen. Hintergrund sind die derzeit schwierigen Rahmenbedingungen am LNG-Markt. In der Position „Restrukturierungen, Sonstige“ ist auch die planmäßige Abschreibung auf den Kundenstamm von RWE npower enthalten. Mit 189 Mio. € lag sie wechselkursbedingt unter dem Vergleichswert für 2008 (214 Mio. €). Aus Veränderungen der Kernenergie- und Bergbaurückstellungen fielen Erträge in Höhe von 136 Mio. € an (Vorjahr: 93 Mio. €).

Finanzergebnis
in Mio. €

Jan – Sep
2009

Jan – Sep
2008

+/–
in Mio. €

Jan – Dez
2008

Zinserträge

478

624

–146

807

Zinsaufwendungen

–907

–660

–247

–965

Zinsergebnis

–429

–36

–393

–158

Zinsanteil an den langfristigen Rückstellungen

–676

–561

–115

–738

Übriges Finanzergebnis

–333

–422

89

–579

Finanzergebnis

–1.438

–1.019

–419

–1.475

Das Finanzergebnis verschlechterte sich um 419 Mio. € auf –1.438 Mio. €. Seine Einzelpositionen haben sich folgendermaßen verändert:

  • Das Zinsergebnis sank um 393 Mio. € auf –429 Mio. €. Wegen unserer Wachstumsinvestitionen und der Refinanzierung der Essent-Akquisition ist die Verschuldung gestiegen – und damit auch der Zinsaufwand. Mehrbelastungen resultierten auch aus den Gebühren für die Kreditlinie, die uns von Banken zur Zwischenfinanzierung der Essent-Akquisition eingeräumt wurde.

  • Die Zinsanteile an den langfristigen Rückstellungen stiegen um 115 Mio. € auf 676 Mio. €. Dazu trug bei, dass wir geringere Erträge unserer Pensionsfonds erwarten. Bei der Ermittlung der Zinsanteile werden die geplanten Fondserträge mindernd einbezogen.

  • Das „übrige Finanzergebnis“ lag bei –333 Mio. € (Vorjahr: –422 Mio. €). Belastungen resultierten großenteils daraus, dass wir Wertpapiere mit Buchverlusten verkauft haben. Außerdem mussten wir Abschreibungen auf Wertpapierbestände vornehmen.

Unsere fortgeführten Aktivitäten erwirtschafteten ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 4.315 Mio. €. Das ist geringfügig mehr als 2008. Die Steuerquote betrug 32 % (Vorjahr 28 %). Nach Steuern belief sich das Ergebnis unserer fortgeführten Aktivitäten auf 2.947 Mio. € und war damit 4 % niedriger als im Vergleichszeitraum.

Die nicht fortgeführten Aktivitäten des RWE-Konzerns (American Water) lieferten einen Ergebnisbeitrag von 20 Mio. €. Im Vorjahreszeitraum war ein Verlust von 598 Mio. € angefallen, der sich aus dem Börsengang von American Water im April 2008 ergab: Bei der Platzierung von insgesamt 39,5 % der Aktien des Unternehmens realisierten wir einen Emissionspreis unterhalb des Buchwertes und mussten eine Abwertung auf den Restbestand der Anteile vornehmen.

Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter fielen mit 176 Mio. € wesentlich niedriger aus als 2008 (248 Mio. €). Einige RWE-Tochterunternehmen, an denen Konzernfremde eine Minderheitsbeteiligung halten, verzeichneten deutliche Ertragsrückgänge. Dies trifft insbesondere auf unsere ungarischen Vertriebsgesellschaften zu.

Überleitung zum Nettoergebnis

 

Jan – Sep
2009

Jan – Sep
2008

+/–
in %

Jan – Dez
2008

Betriebliches Ergebnis

Mio. €

5.534

5.788

–4,4

6.826

Neutrales Ergebnis

Mio. €

219

–506

–485

Finanzergebnis

Mio. €

–1.438

–1.019

–41,1

–1.475

Ergebnis fortgeführter Aktivitäten vor Steuern

Mio. €

4.315

4.263

1,2

4.866

Ertragsteuern

Mio. €

–1.368

–1.206

–13,4

–1.423

Ergebnis fortgeführter Aktivitäten

Mio. €

2.947

3.057

–3,6

3.443

Ergebnis nicht fortgeführter Aktivitäten

Mio. €

20

–598

–567

Ergebnis

Mio. €

2.967

2.459

20,7

2.876

 

 

 

 

 

 

Ergebnisanteile anderer Gesellschafter

Mio. €

176

248

–29,0

318

Nettoergebnis

Mio. €

2.791

2.211

26,2

2.558

Nachhaltiges Nettoergebnis

Mio. €

2.871

3.077

–6,7

3.367

Ergebnis je Aktie

5,24

4,09

28,1

4,75

Nachhaltiges Nettoergebnis je Aktie

5,39

5,69

–5,3

6,25

Steuerquote

%

32

28

29

Für das Nettoergebnis des RWE-Konzerns ergibt sich damit eine deutliche Verbesserung. Es erhöhte sich um 26 % auf 2.791 Mio. €. Unser Ergebnis je Aktie stieg von 4,09 € auf 5,24 €. Wegen des von Februar bis Mai 2008 vorgenommenen Aktienrückkaufs hat sich die Anzahl der im Umlauf befindlichen RWE-Aktien verringert. Sie lag in den ersten neun Monaten 2009 bei durchschnittlich 533,0 Millionen gegenüber 541,1 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Maßgeblich für unsere Dividendenpolitik ist das um Sondereinflüsse bereinigte, nachhaltige Nettoergebnis. Darin nicht enthalten ist das neutrale Ergebnis. Auch wesentliche Einmaleffekte im Finanzergebnis, bei den Ertragsteuern und beim Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten bleiben unberücksichtigt. In den ersten drei Quartalen betrug das nachhaltige Nettoergebnis 2.871 Mio. € und war damit 7 % niedriger als 2008. Für das Gesamtjahr 2009 erwarten wir einen Wert in der Größenordnung des Vorjahres.