Brief des Vorstandsvorsitzenden

» Unser Strom- und Gasgeschäft ist robust. Deshalb können wir unsere Ziele für 2009 voraussichtlich erreichen. «


Liebe Investoren und Freunde des Unternehmens, (Handschrift)

die ersten drei Quartale 2009 sind für RWE gut gelaufen. Wir konnten uns weitgehend von der schwachen Konjunktur abkoppeln. Der Strom- und Gasverbrauch ist in Deutschland, unserem größten Markt, zwar um 7 % zurückgegangen. Das betraf uns aber nur in geringem Maße: Generell sichern wir unsere Stromproduktion bis zu drei Jahre vor Lieferung preislich ab, um Ertragsrisiken so weit wie möglich zu begrenzen. Das heißt, unsere Kraftwerke waren für 2009 schon vor Beginn der Krise praktisch ausverkauft. Dabei konnten wir Preise erzielen, die deutlich über dem aktuellen Marktniveau liegen. Unsere Kraftwerksgesellschaft RWE Power konnte ihr Ergebnis daher verbessern. Ein weiterer „Fels in der Brandung“ war RWE Energy: Ihre Vertriebsaktivitäten profitierten vom vergleichsweise stabilen Verbrauch der Privathaushalte, aber auch von unserer vorsichtigen Vertragsgestaltung bei Großkunden. Das regulierte Netzgeschäft der RWE Energy lieferte robuste Erträge.

RWE Supply & Trading konnte das betriebliche Ergebnis verdoppeln: Der Energiehandel, dessen Ertrag typischerweise stark schwankt, realisierte überdurchschnittlich hohe Gewinne aus Termingeschäften der Vorjahre. Im Gas-Midstream-Geschäft führte unsere Strategie, den Gasbezug europaweit aus einer Hand zu steuern und zu optimieren, zu steigenden Ergebnissen.

Dass das betriebliche Ergebnis und das nachhaltige Nettoergebnis dennoch um 4 bzw. 7 % unter Vorjahr lagen, ist zum einen auf die enttäuschende Ertragslage im Großbritannien-Geschäft und in der Öl- und Gasförderung zurückzuführen: Bei RWE npower brach das betriebliche Ergebnis hauptsächlich wegen des extremen Preis- und Kostendrucks im britischen Strom- und Gasvertrieb um mehr als die Hälfte ein. Unsere Gas- und Ölfördergesellschaft RWE Dea verzeichnete insbesondere wegen gefallener Ölpreise einen ähnlichen Rückgang. Zum anderen konnte RWE Supply & Trading im dritten Quartal nicht an das hohe Ergebnisniveau des Vorjahresquartals anknüpfen.

Im vierten Quartal werden wir aber wieder aufholen. Die gute Entwicklung bei RWE Power und RWE Supply & Trading trägt maßgeblich dazu bei, aber auch Kostensenkungsmaßnahmen – vor allem im britischen Geschäft. Damit können wir den bisherigen Ausblick bestätigen: Für den RWE-Konzern ohne die zum 30. September 2009 erworbene Essent erwarten wir ein betriebliches Ergebnis in der Größenordnung des Vorjahres. Hinzu kommt noch der Ergebnisbeitrag des niederländischen Energieversorgers. Sie können sich also schon heute auf eine attraktive Dividende freuen!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jürgen Großmann
Vorstandsvorsitzender der RWE AG

Essen, im November 2009