Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden


Der International Accounting Standards Board (IASB) hat eine Reihe von Änderungen bei bestehenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie einige neue IFRS verabschiedet, die für den RWE-Konzern ab dem Geschäftsjahr 2009 verpflichtend anzuwenden sind:

Sammelstandard zur Änderung verschiedener IFRS (2008) „Verbesserungen der International Financial Reporting Standards“: Der IASB hat im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprozesses („Annual Improvement Process“) einen Sammelstandard herausgegeben. Darin enthalten ist eine Vielzahl kleinerer IFRS-Änderungen, die darauf abzielen, Vorschriften zu konkretisieren und Inkonsistenzen zu beseitigen. Die meisten Änderungen sind bereits für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Der RWE-Konzernabschluss wurde durch sie nicht wesentlich beeinflusst.

IFRS 1 (2008) und IAS 27 (2008) „Anschaffungskosten von Anteilen an Tochterunternehmen, gemeinschaftlich geführten Unternehmen oder assoziierten Unternehmen“ hat für Einzelabschlüsse von IFRS-Erstanwendern Erleichterungen bei der erstmaligen Bewertung von Beteiligungen eingeführt. Der RWE-Konzernabschluss wurde durch sie nicht beeinflusst.

IFRS 2 Änderung (2008) „Ausübungsbedingungen und Annullierungen“ stellt die Definition von „Ausübungsbedingungen” bei aktienbasierten Vergütungen klar und legt fest, dass alle Annullierungen von aktienbasierten Vergütungsplänen – unabhängig von der kündigenden Partei – identisch zu bilanzieren sind. Die erstmalige Anwendung führte zu keinen wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

IAS 1 (2007) „Darstellung des Abschlusses“ enthält neue Vorschriften zur Darstellung des Abschlusses. Insbesondere sind nicht eigentümerbezogene Eigenkapitalveränderungen künftig von den eigentümerbezogenen Eigenkapitalveränderungen strikt zu trennen und erweiterte Angaben zum Other Comprehensive Income zu machen. Die Anwendung von IAS 1 (2007) wird im RWE-Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 zu Änderungen in der Darstellung und zu erweiterten Anhangangaben führen.

IAS 23 (2007) „Fremdkapitalkosten“: Mit der überarbeiteten Fassung von IAS 23 hat der IASB ein Wahlrecht abgeschafft, das die Behandlung von Fremdkapitalkosten betrifft, die unmittelbar im Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung qualifizierter Vermögenswerte anfallen. Diese Fremdkapitalkosten sind nunmehr verpflichtend als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten solcher Vermögenswerte zu aktivieren.

IAS 32 (2008) und IAS 1 (2008) „Kündbare Finanzinstrumente und bei Liquidation entstehende Verpflichtungen“ enthält neue Vorschriften zur Abgrenzung von Fremd- und Eigenkapital. Bestimmte Finanzinstrumente, die bisher als Fremdkapital zu klassifizieren waren, sind künftig als Eigenkapital auszuweisen. Die geänderten Regelungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

Die Änderungen (2008) an IAS 39 und IFRS 7 „Umgliederung finanzieller Vermögenswerte – Zeitpunkt des Inkrafttretens und Übergangsvorschriften“ enthalten Übergangsregelungen und eine Klarstellung zum Anwendungszeitpunkt der im Jahr 2008 eingeführten Möglichkeit, bestimmte bisher zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende nicht derivative finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Die erstmalige Anwendung hatte keine Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

IFRIC 13 „Kundenbindungsprogramme“ regelt den Ausweis von Umsatzerlösen im Zusammenhang mit Kundenbonusprogrammen, die von den Herstellern bzw. Dienstleistungsanbietern selbst oder durch Dritte angeboten werden. Die erstmalige Anwendung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.