Forschung und Entwicklung

Schwerpunkt auf Effizienzsteigerung und Emissionsverringerung


Im ersten Quartal 2009 haben wir 19 Mio. € für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet (Vorjahr: 17 Mio. €). Darüber hinaus aktivierten wir Entwicklungsausgaben in Höhe von 17 Mio. € (Vorjahr: 6 Mio. €). Effizienzsteigerung und Emissionssenkung in fossil befeuerten Kraftwerken bilden den Schwerpunkt unserer F&E-Maßnahmen. Dabei setzen wir auf die Zusammenarbeit mit Partnern aus Anlagenbau und chemischer Industrie. Der Umfang der Aktivitäten schlägt sich daher nur zum Teil in unseren eigenen F&E-Aufwendungen nieder.

Unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt entscheidend davon ab, ob es uns gelingt, die Verstromung fossiler Energieträger – vor allem Kohle – mit dem Ziel des Klimaschutzes in Einklang zu bringen. Ein Schlüssel dazu ist die Abscheidung und Einlagerung des im Kraftwerksprozess erzeugten Kohlendioxids. Derzeit bereiten wir den Bau eines Kraftwerks vor, bei dem Kohle in einen gasförmigen Zustand gebracht, das CO2 abgetrennt und der Strom in nachgeschalteten Gas- und Dampfturbinen erzeugt wird. Eine solche IGCC-Anlage (Integrated Gasification Combined Cycle) soll am Standort Goldenbergwerk in Hürth bei Köln errichtet und mit rheinischer Braunkohle befeuert werden. Bei planmäßigem Projektfortschritt wird sie frühestens Ende 2014 in Betrieb gehen. Parallel entwickeln wir gemeinsam mit Partnern aus der Industrie Verfahren zur nachgelagerten CO2-Wäsche, d.h. zur Abtrennung des Kohlendioxids aus dem Rauchgas. Sie sollen uns ermöglichen, durch Nachrüstung bestehender Kraftwerke die Emissionen nachhaltig zu senken. Im März 2009 haben wir die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Pilotanlage zur CO2-Rauchgaswäsche am Kraftwerksstandort Niederaußem erhalten. Weitere F&E-Maßnahmen zielen darauf ab, das Kohlendioxid nach der Abtrennung dauerhaft von der Atmosphäre fernzuhalten. Mit eigenen Projekten und in Forschungskonsortien prüfen wir die Möglichkeiten einer sicheren CO2-Einlagerung in tiefen geologischen Formationen.

Daneben arbeiten wir kontinuierlich an der Effizienzverbesserung unserer Kraftwerke. Im Februar 2009 haben wir in Nierderaußem eine Demonstrationsanlage zur Braunkohletrocknung vor dem Verbrennungsprozess in Betrieb genommen. Der Wirkungsgrad in der Braunkohleverstromung lässt sich mit dieser Technologie um vier Prozentpunkte steigern. Außerdem wollen wir einen Hochtemperatur-Wärmespeicher für Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerke (GuD) entwickeln. RWE Power hat dieses Projekt Anfang des Jahres mit Partnerunternehmen und einem Forschungsinstitut gestartet. Ein Hochtemperaturspeicher kann bei einer GuD-Anlage die Stromproduktion von der Wärmeproduktion zeitlich entkoppeln. Dies ermöglicht eine effizientere und umweltschonendere Betriebsweise solcher Kraftwerke.

Ein aktueller F&E-Schwerpunkt auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien ist die Nutzung von biologischen Rohstoffen zur Strom- und Wärmeerzeugung. Daneben untersuchen wir Wege zur Steigerung der Leistung von Windenergieanlagen und zu deren optimalen Integration in das Stromnetz. Unsere F&E-Tätigkeit im Upstream-Geschäft dient u.a. der Sicherung unserer bereits hohen Erfolgsquote bei Erkundungsbohrungen. Bei RWE Energy verfolgen wir das Ziel eines zuverlässigen, wirtschaftlichen und umweltgerechten Betriebs unserer Strom- und Gasnetze. Unser gemeinsam mit Daimler im September 2008 gestartetes Projekt zur Elektromobilität in Berlin bringen wir weiter voran. Mit dem Ausbau der Elektromobilität streben wir eine Verbesserung des Umweltschutzes an, denn der „Kraftstoff“ Strom erlaubt einen effizienten Einsatz erneuerbarer und CO2-freier Energie im Straßenverkehr.

Ausführliche Informationen zur F&E-Arbeit im RWE-Konzern geben wir im RWE-Geschäftsbericht 2008 und im Internet unter „www.rwe.com“.