Renditeorientierte Unternehmenssteuerung.
Im Zentrum unserer Strategie steht die Steigerung des Unternehmenswertes. Zusätzlicher Wert wird dann geschaffen, wenn die Rendite auf das eingesetzte Vermögen die Kapitalkosten übersteigt. Wir messen die Rendite als Return on Capital Employed (ROCE). Der ROCE zeigt die rein operative Rendite. Er ergibt sich, wenn das betriebliche Ergebnis durch das betriebliche Vermögen geteilt wird.
Die Tabelle "RWE-Konzern – Kapitalkosten" stellt dar, wie die Kapitalkosten hergeleitet werden. Diese ermitteln wir als gewichteten Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten.
Die Eigenkapitalkosten erfassen die über eine risikolose Anlage hinausgehende unternehmensspezifische Renditeerwartung des Kapitalmarktes bei einer Investition in die RWE-Aktie. Die Fremdkapitalkosten orientieren sich an den langfristigen Finanzierungskonditionen im RWE-Konzern und berücksichtigen die steuerliche Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen (Tax Shield). Bei der Ermittlung der Kapitalkosten 2008 legen wir folgende Werte zugrunde: Für das Fremdkapital verwenden wir einen Kostensatz vor Steuern von 5,25 %. Beim Eigenkapital nehmen wir einen Zinssatz für eine risikolose Anlage in Höhe von 4,75 % als Basis und addieren konzern- sowie bereichsspezifische Risikoaufschläge. Der Betafaktor für den Konzern beträgt im Berichtsjahr 0,67.
Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital setzen wir mit 50 zu 50 an. Dieser Wert wird nicht aus den Buchwerten der Bilanz abgeleitet, sondern basiert u.a. auf einer Marktbewertung des Eigenkapitals und auf Annahmen über die langfristige Entwicklung von Nettofinanzposition und Rückstellungen. Insgesamt kommen wir für 2008 auf Kapitalkosten für den RWE-Konzern von 8,5 % vor Steuern. Wie bereits im Kapitel Wertbeitrag erläutert, hatten wir im Vorjahr noch 9,0 % zugrunde gelegt.
Bei der Ermittlung des betrieblichen Vermögens gehen wir so vor, dass abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens nicht mit ihren Buchwerten, sondern mit der Hälfte der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt werden. Diese Methodik hat den Vorteil, dass die ROCE-Ermittlung nicht von der Abschreibungsdauer beeinflusst wird. Dies verringert die durch den Investitionszyklus verursachten Schwankungen der Wertbeiträge. Bei Finanzanlagen berücksichtigen wir die im Kaufpreis enthaltenen Firmenwerte allerdings in voller Höhe.
Die Differenz von ROCE und Kapitalkostensatz ergibt den relativen Wertbeitrag. Durch Multiplikation mit dem eingesetzten betrieblichen Vermögen erhält man den absoluten Wertbeitrag, den wir als zentrale Steuerungsgröße einsetzen. Je höher dieser ausfällt, desto attraktiver ist die jeweilige Aktivität für unser Portfolio. Er ist auch ein wichtiges Kriterium bei der Beurteilung von Investitionen und zugleich Maßstab für die Bonuszahlungen an unsere Führungskräfte.
Höhere Kapitalkosten ab 2009.
Durch die aktuelle Finanzmarktkrise hat sich die Beschaffung von Fremdkapital verteuert. Dies spiegelt sich in gestiegenen Zinssätzen wider. Infolgedessen setzen wir im Wertmanagement-Konzept ab 2009 wieder höhere Kapitalkosten an. Auf Konzernebene legen wir – wie bis 2007 – einen Satz von 9 % zugrunde. Für die Unternehmensbereiche nehmen wir Anpassungen um 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte vor. Die Kapitalkosten nach Steuern belaufen sich für den RWE-Konzern ab 2009 auf 6,5 %. In der oberen Tabelle sind die alten und neuen Werte einander gegenübergestellt.
|
RWE-Konzern – Kapitalkosten |
|
2008 |
Ab 2009 |
|
Risikoloser Zinssatz |
% |
4,75 |
4,5 |
|
Marktprämie |
% |
5,0 |
5,0 |
|
Betafaktor |
|
0,67 |
0,78 |
|
Eigenkapitalkosten nach Steuern |
% |
8,1 |
8,4 |
|
Fremdkapitalkosten vor Steuern |
% |
5,25 |
6,25 |
|
Steuersatz für Fremdkapital |
% |
27,0 |
27,1 |
|
Tax Shield |
% |
-1,4 |
-1,7 |
|
Fremdkapitalkosten nach Steuern |
% |
3,8 |
4,6 |
|
Anteil Eigenkapital |
% |
50 |
50 |
|
Anteil Fremdkapital |
% |
50 |
50 |
|
Kapitalkosten nach Steuern |
% |
6,0 |
6,5 |
|
Steuersatz für pauschale Umrechnung |
% |
30 |
30 |
|
Kapitalkosten vor Steuern |
% |
8,5 |
9,0 |
|
RWE-Konzern – Ermittlung des betrieblichen Vermögens |
|
31.12.07 |
31.12.08 |
|
Immaterielle Vermögenswerte/Sachanlagen1 |
Mio. € |
46.598 |
46.819 |
|
+ Beteiligungen inkl. Ausleihungen2 |
Mio. € |
3.902 |
4.533 |
|
+ Vorräte |
Mio. € |
2.352 |
2.540 |
|
+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen |
Mio. € |
8.812 |
10.412 |
|
+ Sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte3 |
Mio. € |
8.874 |
16.452 |
|
- Unverzinsliche Rückstellungen4 |
Mio. € |
10.972 |
11.218 |
|
- Unverzinsliche Verbindlichkeiten5 |
Mio. € |
18.467 |
29.727 |
|
- Korrekturen6 |
Mio. € |
1.134 |
887 |
|
Betriebliches Vermögen |
Mio. € |
39.965 |
38.924 |
|
RWE-Konzern – Ermittlung des Wertbeitrags |
|
|
2008 | ||||||||||||||
| |||||||||||||||||
|
Betriebliches Vermögen vor Korrekturen (im Jahresdurchschnitt) |
Mio. € |
|
39.444 | ||||||||||||||
|
- Korrekturen7 |
Mio. € |
|
365 | ||||||||||||||
|
Betriebliches Vermögen nach Korrekturen (im Jahresdurchschnitt) |
Mio. € |
|
39.809 | ||||||||||||||
|
Betriebliches Ergebnis |
Mio. € |
|
6.826 | ||||||||||||||
|
+ Zinserträge aus Leasingforderungen |
Mio. € |
|
11 | ||||||||||||||
|
Betriebliches Ergebnis für ROCE-Berechnung |
Mio. € |
|
6.837 | ||||||||||||||
|
ROCE |
% |
|
17,2 | ||||||||||||||
|
Relativer Wertbeitrag |
% |
|
8,7 | ||||||||||||||
|
Absoluter Wertbeitrag |
Mio. € |
|
3.453 | ||||||||||||||