Strompreise Großbritannien und zentraleuropäische Märkte


Auch im britischen Stromgroßhandel lagen die Notierungen erheblich über dem Vorjahresniveau. Am Spotmarkt Glossar kostete die Megawattstunde Grundlaststrom Glossar 2008 durchschnittlich 71 £ (89 €). Das ist mehr als das Doppelte des Vergleichswertes für 2007, der sich auf 29 £ (43 €) belief. Spitzenlaststrom Glossar verteuerte sich von 39 £ (57 €) auf 91 £ (114 €). Die britischen Notierungen lagen damit deutlich über dem deutschen Niveau. In Großbritannien machen Gaskraftwerke, die typischerweise hohe variable Kosten aufweisen, einen größeren Teil der Erzeugungskapazität aus als in Deutschland und haben damit einen stärkeren Einfluss auf die Strompreisbildung. Am britischen Strom-Terminmarkt Glossar stiegen die Notierungen ebenfalls. Lieferungen für das Kalenderjahr 2009 wurden 2008 mit durchschnittlich 68 £ (85 €) je MWh Grundlaststrom abgerechnet. Das ist 66 % mehr, als im Vorjahr für den Forward 2008 bezahlt werden musste. In der Spitzenlast Glossar erhöhte sich das Preisniveau um 58 % auf 82 £ (101 €).

RWE verkauft die britische Stromproduktion – ähnlich wie die deutsche – weitgehend auf Termin. Die Preise für unsere 2008 abgesetzten Erzeugungsmengen werden somit durch die Marktentwicklung in den Vorjahren bestimmt. Für die Ertragslage von RWE npower besitzt die absolute Höhe der Notierungen allerdings nur begrenzte Aussagekraft. Denn – anders als in Deutschland – besteht unser britisches Erzeugungsportfolio überwiegend aus Steinkohle- und Gaskraftwerken, bei denen auch die Kostenseite starken Marktschwankungen unterliegt. Maßgeblich für die Ergebnisentwicklung von RWE npower sind daher die bereits erläuterten Clean Dark Spreads und Clean Spark Spreads.

Spotpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Großbritannien in £/MWh

Spotpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Großbritannien (Liniendiagramm)

Ein-Jahres-Terminpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Großbritannien in £/MWh

Ein-Jahres-Terminpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Großbritannien (Liniendiagramm)

Im britischen Endkundengeschäft sind die Stromentgelte bei Weitem nicht so stark angestiegen wie die Spotpreise am Großhandelsmarkt. Für Industrie- und Gewerbekunden hat sich der Strombezug gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 20 % verteuert. Im Segment der Haushalte und kleinen Gewerbebetriebe lag der Preisanstieg bei 17 %.

Angezogen haben die Strompreise auch in unseren Märkten in Zentralosteuropa. Privathaushalte mussten in der Slowakei 3 % mehr bezahlen als 2007. In Polen und Ungarn erhöhte sich ihre Stromrechnung sogar um 14 bzw. 19 %. Der Preisanstieg für Industrieunternehmen fiel teilweise noch deutlicher aus: Er betrug in der Slowakei 10 %, in Ungarn 21 % und in Polen 23 %.