Strompreis Deutschland


Europäische Strommärkte: Preise im Jahresdurchschnitt deutlich über dem Niveau von 2007. Die Preisentwicklung bei Brennstoffen und Emissionsrechten hatte maßgeblichen Einfluss auf die europäischen Strom-Großhandelsmärkte. Im Spothandel Glossar an der Leipziger Energiebörse EEX notierten Grundlastkontrakte im Jahresdurchschnitt mit 66 € je Megawattstunde (MWh) und damit erheblich über dem Niveau von 2007 (38 €). Spitzenlaststrom Glossar verteuerte sich von 56 auf 88 €. Dabei machte sich u.a. der starke Preisunterschied zwischen Emissionsrechten für 2007 und für 2008 bemerkbar. Auch im deutschen Strom-Terminhandel lagen die Notierungen über dem Vorjahresniveau, allerdings nicht so deutlich wie am Spotmarkt Glossar. Der Kontrakt für Stromlieferungen im Kalenderjahr 2009 (Forward 2009) wurde 2008 mit durchschnittlich 70 € je MWh Grundlaststrom Glossar und 99 € je MWh Spitzenlaststrom gehandelt. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 kostete der 2008er-Forward durchschnittlich 56 bzw. 79 €. Die Notierungen am Terminmarkt Glossar waren vor allem durch die Entwicklung der Steinkohle- und Gaspreise geprägt. Daher zeigten sich auch hier zwei unterschiedliche Jahreshälften: Der Grundlast Glossar-Forward 2009 verteuerte sich zunächst von 62 € je MWh zu Jahresbeginn bis auf das Rekordniveau von 90 € (1. Juli), fiel dann aber bis Ende 2008 auf 56 € zurück.

Spotpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Deutschland in €/MWh
Spotpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Deutschland (Liniendiagramm)

Ein-Jahres-Terminpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Deutschland in €/MWh

Ein-Jahres-Terminpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Deutschland (Liniendiagramm)

Um Absatz- und Preisrisiken zu verringern, verkaufen wir die Erzeugung unserer Kraftwerke nahezu vollständig auf Termin. Auf unsere Erlöse 2008 hatten die im Berichtszeitraum beobachteten Stromnotierungen daher nur untergeordneten Einfluss. Ausschlaggebend waren vielmehr die Konditionen der in den Vorjahren abgeschlossenen Terminkontrakte für 2008. Beim Verkauf unserer 2008er-Produktion erzielten wir in Deutschland einen Durchschnittspreis von 58 € je MWh. Damit lagen wir deutlich über dem vergleichbaren Vorjahreswert: Unsere Erzeugung für 2007 hatten wir im Durchschnitt zu 47 € je MWh abgesetzt.

Der Strompreisanstieg beeinflusste auch unsere Ertragslage positiv. Dies gilt in erster Linie für unsere Braunkohle- und Kernkraftwerke, da hier die allgemeine Verteuerung von Rohstoffen keine wesentlichen Mehrkosten verursachte: Braunkohle fördern wir selbst; in der Kernernergie macht die Brennstoffbeschaffung typischerweise nur einen geringen Teil der gesamten Erzeugungskosten aus. Anders verhält es sich mit unseren Steinkohle- und Gaskraftwerken. Hier sind die sogenannten Clean Dark Spreads (Steinkohle) und Clean Spark Spreads (Gas) maßgeblich für die Ergebnisentwicklung. Sie werden ermittelt, indem man vom Strommarktpreis die Kosten für den jeweiligen Brennstoff und CO2-Zertifikate abzieht. In Deutschland war die Marktsituation für unsere Steinkohlekraftwerke insgesamt ungünstiger, für unsere Gaskraftwerke dagegen besser als 2007.

Die Strompreise für Endkunden und Weiterverteiler in Deutschland spiegeln die Entwicklung am Großhandelsmarkt wider. Wegen gestiegener Beschaffungskosten haben die meisten Energieversorger die Entgelte angehoben. Die Preise für Haushalte und kleine Gewerbebetriebe lagen 2008 um durchschnittlich 5 % über dem Niveau des Vorjahres. Industrieunternehmen mussten etwa 13 % mehr bezahlen; bei Stromlieferungen an diese Kundengruppe ist der Anteil der Strombeschaffungskosten am Gesamtpreis besonders hoch.