Investitionsoffensive für profitables organisches Wachstum


Investitionen in die Infrastruktur sind die wichtigste Voraussetzung für unser künftiges Wachstum. Mit durchschnittlich 6,5 Mrd. € pro Jahr bis 2012 setzen wir das größte Sachinvestitionsprogramm in der Geschichte von RWE um. Etwa die Hälfte davon entfällt auf Projekte für organisches Wachstum und Effizienzsteigerung. Zunächst wollen wir die Positionen in unseren beiden größten Märkten, Deutschland und Großbritannien, festigen und möglichst ausbauen. Im Mittelpunkt stehen dabei Investitionen in regenerative Energien und in neue Großkraftwerke, mit denen wir alte Anlagen ersetzen oder Marktanteile hinzugewinnen wollen. Mit unserem Kraftwerksprojekt in Eemshaven sind die Niederlande ein weiterer Schwerpunkt. Eine längerfristige Wachstumsstrategie auf dem europäischen Kraftwerksmarkt verfolgen wir auf dem Gebiet der Kernenergie. Bei Neubauprojekten in zwei osteuropäischen Märkten – Bulgarien und Rumänien – sind wir in Bieterprozessen erfolgreich gewesen und werden voraussichtlich im kommenden Jahr die endgültigen Entscheidungen über unsere Beteiligung treffen. Parallel prüfen wir gemeinsam mit E.ON den Einstieg in künftige Neubauprojekte in Großbritannien. Für Strom- und Gasnetze sowie Kundenservice werden wir ebenfalls erhebliche Mittel einsetzen. Die neue deutsche Netzregulierung bietet uns für die nächsten fünf Jahre weitgehend stabile Rahmenbedingungen.

Parallel bereiten wir den Eintritt in neue Märkte vor. Hier liegt unser Augenmerk auf Sachinvestitionsprojekten, mit denen wir in Wachstumsregionen Südosteuropas Fuß fassen, einschließlich der Türkei und Griechenlands. Diese Märkte sind attraktiv für uns, weil sie wegen vergleichsweise alter Infrastruktur und steigender Strom- und Gasnachfrage langfristig größere Wachstumspotenziale bieten als unsere reiferen Märkte. Außerdem eröffnen sie uns Möglichkeiten, das Regionenportfolio des Konzerns breiter anzulegen.

Zweistellige Wachstumsraten beim Ergebnis aus erneuerbaren Energien und der Gas- und Ölförderung geplant.

Besonders auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien wollen wir durch Investitionen wachsen. Der schnelle Auf- und Ausbau der RWE Innogy hat dafür die notwendige strukturelle Basis geschaffen. Dass wir uns auf schrittweises organisches Wachstum konzentriert haben, hat sich angesichts von Finanzmarktkrise und Rezession als vorteilhaft erwiesen. Wir entwickeln im Wesentlichen eigene Projekte. Dabei werden wir von den derzeit fallenden Preisen für Windkraftkomponenten profitieren. Auch die Suche zahlreicher Projektentwickler nach Partnern mit Know-how und solider Bilanz bietet Chancen für uns. Für die Ergebnisentwicklung von RWE Innogy gehen wir ab 2010 von zweistelligen Steigerungsraten pro Jahr aus. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will das Unternehmen beim betrieblichen Ergebnis die Zielmarke von 500 Mio. € übertreffen. Das entspricht etwa einer Verzehnfachung gegenüber 2008.

Auch in der Gas- und Ölförderung sind wir in einer Phase starker Investitionstätigkeit. RWE Dea verfolgt das Ziel, die Produktion bis 2012/2013 zu verdoppeln. Beim Gas streben wir eine Verdreifachung an. Das verringert unsere Abhängigkeit von Gaszukäufen weiter und trägt der steigenden Bedeutung von Gas in der Stromerzeugung Rechnung. Die Aufwendungen für diese Wachstumsstrategie haben sich 2008 im Jahresabschluss niedergeschlagen und werden das auch 2009 und in den kommenden Jahren noch tun. Langfristig führen die neuen Förderprojekte allerdings zu deutlichen Ertragsverbesserungen. RWE Dea will bis 2013 ein betriebliches Ergebnis in der Größenordnung von 900 Mio. € erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass der Ende Januar 2009 beobachtete Ölterminpreis für 2013 in Höhe von 67 US$ je Barrel Glossar nicht unterschritten wird.

Ausbau der Gasbeschaffung.

Neue Marktchancen erschließen wir uns auch mit dem Einstieg in den globalen Markt für verflüssigtes Erdgas (LNG) Glossar und das internationale Großpipeline-Geschäft. Der Bau der asiatisch-europäischen Nabucco-Gaspipeline, an der wir beteiligt sind, und der Ausbau der Aktivitäten von Excelerate Energy sind Beispiele dafür. Im Midstream-Markt wollen wir bis 2012 unsere Position als Ein- und Verkäufer von Gas schrittweise von derzeit 40 auf 60 Mrd. Kubikmeter pro Jahr erhöhen.

Vorbereitung auf 2013 – durch gesteigerte Ertragskraft und nachhaltige CO2-Vermeidung.

Der EU-Emissionshandel führt zu erheblich steigenden Kosten in der Stromerzeugung. Angesichts der ab 2013 nochmals verschärften Rahmenbedingungen im CO2-Emmisionshandel  ist es für uns besonders wichtig, die genannten Finanzziele zu erreichen. Gleichzeitig werden wir die CO2-Intensität unserer Stromerzeugung deutlich senken. Alle unsere großen Investitionsprojekte in der Stromproduktion sollen dazu beitragen. Für den Zeitraum bis 2012 haben wir ein Reduktionspotenzial von 20 % unserer Emissionen des Jahres 2008 ermittelt. Bis 2015 halten wir einen Wert von über 30 % für erreichbar. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Ersatz bestehender emissionsintensiver Kraftwerke, der Ausbau erneuerbarer Energien und der Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke. Hinzu kommen CO2-Vermeidungsprojekte außerhalb unserer Kernmärkte im Rahmen der Kyoto-Mechanismen „Clean Development Mechanism“ Glossar (CDM) und „Joint Implementation“ Glossar (JI).

Selektive Akquisitionsstrategie.

Der geplante Erwerb von Essent wird für die nächsten Jahre unser größter Schritt in puncto Wachstum durch Übernahmen bleiben. Weitere Akquisitionen schließen wir nicht aus, allerdings werden sie eine geringere Größenordnung haben. Insbesondere in Südosteuropa prüfen wir, wie wir mit Beteiligungen an etablierten lokalen Energieunternehmen Startpositionen aufbauen können. Akquisitionen kommen für uns allerdings nur dann in Frage, wenn unsere Finanzkriterien erfüllt sind. Die wichtigste Messlatte dafür ist die interne Verzinsung (Internal Rate of Return – IRR): Diese muss mindestens den Kapitalkosten zuzüglich eines Renditeaufschlags entsprechen.