Gewähltes Schlagwort: Nachhaltigkeit / Klimaschutz
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Gewaltige Herausforderungen für die Energieversorger


Die Finanz- und Wirtschaftskrise ist auch für die europäischen Versorgerunternehmen mit akutem Handlungsbedarf verbunden. Wir müssen uns auf Nachfrageschwankungen, wachsenden politischen Druck und gestiegene Finanzierungskosten einstellen. Im Vergleich zu anderen Industriebranchen ist der Versorgersektor jedoch generell weniger anfällig für konjunkturelle Einbrüche. Unsere Investitionen in neue Kraftwerke, Netze und in die Gas- und Ölförderung zeigen: Energieversorgung ist ein langfristig angelegtes Geschäftsmodell. Wir müssen nicht in Jahren, sondern in Jahrzehnten denken. Deshalb haben wir neben den aktuellen Anforderungen stets die grundlegenden, langfristig wirkenden energiewirtschaftlichen Herausforderungen im Blick. Hier sind für uns vor allem die folgenden Trends wichtig:

  • Großer Investitionsbedarf: In Europa muss massiv in die Energie-Infrastruktur investiert werden, vor allem in neue Erzeugungskapazitäten, Strom- und Gasnetze sowie Gasspeicher. Dabei handelt es sich zum einen um Ersatzinvestitionen; zum anderen gilt es, sich rechtzeitig auf wachsenden Bedarf an Strom und vor allem an Gaseinfuhren einzustellen.
  • Entwicklung der Energiepreise und Versorgungssicherheit: Unternehmen wie RWE müssen nicht nur Risiken aus immer stärker schwankenden Strom- und Gaspreisen beherrschen, sondern auch die physische Verfügbarkeit von Strom und Gas in Europa sichern. Der russisch-ukrainische Gasstreit und Versorgungsengpässe in zahlreichen europäischen Strommärkten unterstreichen die Bedeutung dieses Themas.
  • Klimaschutz: Die von der Europäischen Union angestrebte Minderung der Treibhausgasemissionen um 20 % bis 2020 wird zu einem starken Ausbau der erneuerbaren Energien in Europa führen. Gleichzeitig werden sich die Beschlüsse der EU zum Klimapaket vom Dezember 2008 sowohl auf den künftigen Energiemix als auch auf die Wettbewerbssituation auswirken.
  • Politische Eingriffe: Der politische Einfluss auf die Preispolitik und auf Investitionsentscheidungen der Energiewirtschaft nimmt weiter zu und widerspricht mitunter dem EU-Ziel der Energiemarktliberalisierung. Stichworte sind hier neben dem Klimaschutz die Förderung von erneuerbaren Energien, der deutsche Kernenergieausstieg und politische Eingriffe in die Endkundenpreise. Hinzu kommt die Regulierung der Strom- und Gasnetze.
  • Konsolidierung: Der europäische Energiemarkt wächst weiter zusammen. Dabei entsteht eine „Top-Liga“ europäischer Unternehmen, zu der auch RWE zählt. Kritische Masse ist nicht nur aus Kostengründen wichtig. Energie ist zu einem globalen Thema geworden, in dem Größe ein entscheidender Differenzierungsfaktor ist.
  • Konvergenz der Märkte: Die Energiemärkte wachsen nicht nur durch mehr grenzüberschreitenden Handel und eine engmaschigere logistische Vernetzung zusammen. Auch die Märkte für einzelne Energieträger, insbesondere Strom und Gas, verschmelzen immer stärker. Nicht zuletzt durch Übernahme anderer Unternehmen sind viele Energieversorger inzwischen in beiden Märkten aktiv.
  • Wettbewerb und Liberalisierung: Der Wettbewerb nimmt auf allen Wertschöpfungsstufen zu – von der Energieerzeugung bis zum Vertrieb von Strom und Gas. Im Endkundengeschäft steigt die Bereitschaft, den Anbieter zu wechseln.
  • Schwankende Margen entlang der Wertschöpfungskette: Unterschiedliche Entwicklungen in Teilmärkten, insbesondere in der Erzeugung und im Vertrieb, sowie regulatorische Eingriffe lassen auch in Zukunft stark schwankende Margen auf den einzelnen Wertschöpfungsstufen erwarten. Hier haben vertikal integrierte Unternehmen, die die gesamte Wertschöpfungskette abdecken, einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.