Gewähltes Schlagwort: Emissionshandel
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Beratungsschwerpunkte


Ein zentrales Thema der Beratungen des Aufsichtsrats war der Börsengang von American Water Ende April 2008, im Zuge dessen 39,5 % der Anteile an dem Unternehmen veräußert wurden. Dem hatte das Präsidium des Aufsichtsrats in seiner Sitzung vom 21. April 2008 zugestimmt. Präsidium und Plenum des Aufsichtsrats hatten sich im Vorfeld ausführlich mit dem Börsengang und dem jeweiligen Stand der Vorarbeiten befasst. In der Sitzung am 18. September 2008 stand die Vorbereitung der Platzierung einer zweiten Aktientranche an American Water im Zentrum der Beratungen.

Intensiv erörtert wurden zudem die Planungen von RWE zum Erwerb des niederländischen Energieversorgungsunternehmens Essent N.V. Am 12. Januar 2009 haben sich beide Unternehmen über die Konditionen für ein verbindliches Barangebot von RWE an die Anteilseigner von Essent zum Erwerb sämtlicher Anteile an Essent ohne deren Verteilnetz- und Entsorgungsgeschäft geeinigt. Das Präsidium des Aufsichtsrats hatte dem verbindlichen Angebot von RWE in seiner außerordentlichen Sitzung am 18. Dezember 2008 zugestimmt.

Darüber hinaus befasste sich der Aufsichtsrat in mehreren Sitzungen eingehend mit dem umfangreichen Investitionsprogramm des RWE-Konzerns, insbesondere mit den Großprojekten zum Ausbau und zur Erneuerung des Kraftwerksportfolios im In- und Ausland. Hervorzuheben sind hier der 2.100-MW Glossar-Braunkohle-Doppelblock in Neurath (bei Köln) und der 1.530-MW-Steinkohle-Doppelblock in Hamm. Ein weiteres Großvorhaben ist der geplante 1.560-MW-Steinkohle-Doppelblock im niederländischen Eemshaven. Außerdem will sich RWE am Bau und Betrieb eines neuen Kernkraftwerks im bulgarischen Belene beteiligen. Neben den erwähnten Kraftwerksprojekten war die Beteiligung von RWE am Konsortium zum Bau und Betrieb der internationalen Gaspipeline „Nabucco“ Gegenstand der Beratungen. Die Pipeline soll ab 2014 die großen Erdgaslagerstätten des Kaspischen Raums, des Nahen und Mittleren Ostens sowie anderer Regionen mit dem europäischen Markt verbinden.

Auch die energiepolitischen Rahmenbedingungen waren ein wichtiger Gegenstand unserer Beratungen. Im Zentrum stand u.a. die Ausgestaltung des europäischen CO2-Emissionshandelssystems ab 2013. Die von der EU-Kommission angestrebte eigentumsrechtliche Abtrennung des Netzgeschäfts von den übrigen Aktivitäten der Energieversorger („Ownership Unbundling“) nahm ebenfalls breiten Raum in unseren Beratungen ein. Der Aufsichtsrat ließ sich auch fortlaufend über das Missbrauchsverfahren der EU-Kommission gegen die RWE Transportnetz Gas GmbH unterrichten. Wie im Kapitel rechtliche Verfahren ausführlich dargestellt, hat sich RWE in dieser Angelegenheit mit der Kommission inzwischen auf eine Lösung verständigt: Der Konzern verpflichtet sich, sein Gastransportnetz an einen von RWE unabhängigen Dritten zu verkaufen; im Gegenzug wird die EU das Verfahren einstellen. Im Vorfeld der Einigung mit der EU hatte der Aufsichtsrat den Kompromissvorschlag intensiv mit dem Vorstand erörtert.

Weitere Themen.

Der Aufsichtsrat hat sich außerdem wiederholt mit dem Stand der Überlegungen zur Reorganisation des RWE-Konzerns mit Schwerpunkt im Bereich der deutschen Vertriebs- und Netzaktivitäten befasst. Das zwischenzeitlich abgeschlossene RWE-Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Mrd. € war Gegenstand der Sitzungen vom 20. Februar und vom 17. April 2008. In den Sitzungen am 31. Mai 2008 und am 11. Dezember 2008 berichtete der Vorstand über die Stichprobenprüfung der Jahresabschlüsse der RWE Aktiengesellschaft und des Konzerns zum 31. Dezember 2007 durch die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR). Die Stichprobenprüfung wurde am 30. Oktober 2008 von der DPR ohne Fehlerfeststellung abgeschlossen. Des Weiteren wurden in mehreren Sitzungen Fortgang und Zwischenergebnisse der Compliance-Prüfung im Konzern behandelt.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr beriet der Aufsichtsrat zudem über wesentliche Akquisitions- und Desinvestitionsprojekte und fasste – in seinen Ausschüssen oder im Plenum – die erforderlichen Zustimmungsbeschlüsse. Regelmäßig haben wir uns vom Vorstand über die Umsatz- und Ertragslage, über Maßnahmen zur Kostensenkung und die Entwicklung der Energiepreise berichten lassen. In der Sitzung am 11. Dezember 2008 befassten wir uns mit der Planung des Vorstands für das Jahr 2009, der Vorschau für die Jahre 2010 und 2011 sowie der langfristigen Vorschau bis zum Jahr 2018. Soweit sich Abweichungen von früher aufgestellten Planungen und Zielen ergaben, wurden uns diese detailliert erläutert.