Deutlich niedrigeres Preisniveau auf den Brennstoffmärkten.
Der Nachfragedruck auf den Weltenergiemärkten hat sich konjunkturbedingt abgeschwächt. Daher liegen die Rohstoffpreise aktuell weit unter dem Durchschnittsniveau des Vorjahres. Angesichts der ungünstigen Konjunkturprognose für 2009 gehen wir nicht davon aus, dass sie sich rasch erholen werden. Wer sich Ende Januar 2009 am Monats-Terminmarkt Glossar mit Rohöl der Sorte Brent eindeckte, musste pro Barrel Glossar zwischen 46 US$ (Lieferung im März) und 55 US$ (Lieferung im Dezember) bezahlen. Zwar zeigt die Preiskurve an, dass die Marktteilnehmer mit einer Erholung rechnen; dennoch ist unwahrscheinlich, dass die Brent-Notierungen 2009 das Durchschnittsniveau des Vorjahres (97 US$) erreichen. Gleiches gilt für die Erdgaspreise, die der Entwicklung am Ölmarkt folgen. Auch Steinkohle wird aus heutiger Sicht billiger sein als 2008. Ende Januar 2009 kostete die metrische Tonne im Rotterdamer Spothandel Glossar 74 US$ (inkl. Fracht und Versicherung bis Rotterdam) und damit weit weniger als im Vorjahresdurchschnitt (148 US$). Die deutschen BAFA-Notierungen Glossarendürften sich ebenfalls stark verringern.
Konjunkturkrise erfasst CO2-Emissionshandel: Geringerer Zertifikatebedarf erwartet.
Auch im europäischen Handel mit CO2-Emissionsrechten erwarten wir ein gegenüber 2008 deutlich verringertes Preisniveau. Zertifikate für das laufende Geschäftsjahr notierten Ende Januar nur noch mit 12 € je Tonne CO2. Die Marktteilnehmer erwarten, dass durch Produktionsausfälle bei energieintensiven Betrieben in großem Umfang zusätzliche Emissionsrechte an den Markt kommen werden. Für Zertifikate aus Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes in Entwicklungs- und Schwellenländern – sogenannte „Certified Emission Reductions“ (CERs) – wurden Ende Januar 10 € bezahlt. Angesichts des niedrigen Preisniveaus werden derzeit fast keine solchen Projekte mehr gestartet.
Auswirkungen der Rohstoff-Baisse auf die Beschaffungskosten 2009.
Die stark verringerten Commodity Glossar-Notierungen werden sich 2009 bei RWE Dea in rückläufigen Erlösen aus der Gas- und Ölförderung niederschlagen. Unsere Ertragslage in der Stromerzeugung werden sie aber im Wesentlichen erst ab 2010 beeinflussen. RWE Power und RWE npower haben ihre Stromproduktion für 2009 bereits nahezu komplett am Markt platziert. Bei den Terminverkäufen gehen wir grundsätzlich so vor, dass zeitgleich mit dem Abschluss eines Lieferkontrakts die zur Erzeugung benötigten Brennstoffe beschafft bzw. preislich abgesichert werden. Dies gilt auch für den Zukauf von CO2-Zertifikaten. Unsere Kosten für Gas, Steinkohle und Emissionsberechtigungen sind daher – ebenso wie unsere Stromerlöse – größtenteils noch durch die Preisspitzen auf den Terminmärkten in den Vorjahren bestimmt. Bei Braunkohle, die wir in unseren eigenen Tagebauen fördern, sind wir keinen Beschaffungspreisrisiken ausgesetzt. Die Deckung des Uranbedarfs unserer Kernkraftwerke haben wir über langfristige Bezugsverträge zu festen Konditionen gesichert. Außerdem machen die Aufwendungen für die Brennstoffbeschaffung in der Kernenergie typischerweise nur einen geringen Teil der gesamten Erzeugungskosten aus.
Prognosen über unsere Beschaffungskosten sind generell nur eingeschränkt möglich. So hängt der Brennstoffeinsatz in Kraftwerken stark von deren Auslastung ab. Diese wird mitbestimmt durch die Entwicklung der Spotpreise an den Strom- und Brennstoffmärkten; ebenso können ungeplante Kraftwerksstillstände eintreten. Beim Einkauf von Materialien und Dienstleistungen sehen wir auch für 2009 Einsparpotenziale.
Preiseinbruch bei Brennstoffen und Emissionsrechten prägt Entwicklung am Strommarkt.
Das niedrigere Preisniveau bei Steinkohle, Kraftwerksgas und CO2-Zertifikaten spiegelt sich in rückläufigen Stromnotierungen wider. Wie bereits dargestellt, hat dies wegen frühzeitiger Terminverkäufe aber 2009 noch keinen nennenswerten Einfluss auf die Ertragslage. Auch für 2010 haben wir bereits den größten Teil unserer Stromproduktion am Markt platziert, in Deutschland mehr als 70 %. Damit wird das kommende Jahr nur teilweise von der aktuellen Entwicklung der Commodity-Notierungen betroffen sein. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich die Preise für Rohstoffe – und damit ebenso für Strom – auf mittlere Sicht wieder erholen werden. Auch Marktsignale deuten darauf hin. Ende Januar notierte Grundlaststrom Glossar für 2010 im deutschen Großhandel mit 51 € je MWh. Der gleiche Kontrakt für die Folgejahre wurde mit 54 € (2011), 58 € (2012) und 64 € (2013) gehandelt.