Zum 1. Januar 2008 hat die zweite Periode im europäischen Handel mit CO2-Emissionsrechten begonnen, die sich bis Ende 2012 erstreckt. Verglichen mit der ersten Handelsperiode von 2005 bis 2007 gelten für die Stromerzeuger wesentlich ungünstigere Rahmenbedingungen. Bislang hatte die Zahl der staatlich vergebenen Zertifikate den tatsächlichen Ausstoß der am Emissionshandel teilnehmenden Anlagen in Summe überschritten. Seit 2008 ist dies nicht mehr der Fall, denn die nationalen Allokationspläne für die zweite Handelsperiode sehen zum Teil erhebliche Kürzungen bei der staatlichen Zuteilung vor. Viele Versorger müssen daher in großem Umfang zusätzliche Zertifikate erwerben
Entwicklung der Preise für CO2-Zertifikate im europäischen Emissionshandel in €/Tonne CO2

Die gegenüber der ersten Handelsperiode erwartete Verknappung von Emissionsrechten zeigt sich in deren Marktpreisen: Während Zertifikate für 2007 zum Ende der ersten Handelsperiode mit nur noch wenigen Cent je Tonne CO2 gehandelt wurden, kosteten Emissionsrechte für 2008 im Berichtsjahr durchschnittlich 22 €. Hierzu ist anzumerken, dass keine überschüssigen Zertifikate aus der ersten in die zweite Handelsperiode übertragen werden durften. Inzwischen werden immer mehr „Certified Emission Reductions“ (CERs) generiert. Dabei handelt es sich um Zertifikate aus Projekten zur Emissionsreduktion in Entwicklungs- und Schwellenländern im Rahmen des „Clean Development Mechanism“ Glossar. Die europäischen Unternehmen dürfen ihre heimischen Emissionen bis zu bestimmten Obergrenzen auch durch Einreichung von CERs abdecken. Vorteil ist, dass die Kosten für solche Zertifikate i.d.R. niedriger sind als die Marktpreise der von den EU-Staaten zugeteilten Emissionsrechte. CERs für 2008 notierten im zurückliegenden Geschäftsjahr mit durchschnittlich 17 € je Tonne CO2.