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Die Strategie-Agenda 2012

„Mehr Wachstum, weniger CO2

Im vergangenen Jahr haben wir unseren neuen Fahrplan für die mittelfristige Entwicklung von RWE vorgestellt, die Strategie-Agenda 2012. Im Mittelpunkt stehen profitables Wachstum und Minderung des CO2-Ausstoßes, um weiterhin steigende Wertbeiträge zu erwirtschaften. Dabei verfolgen wir sechs Ziele, die wir bis 2012 erreichen wollen:

  • Steigende Ergebnisbeiträge in unseren Kernmärkten: Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf den derzeit wichtigsten RWE-Märkten Deutschland und Großbritannien.
  • Stärkere regionale Diversifikation: Der Ergebnisanteil aus Aktivitäten außerhalb Deutschlands soll auf 40 bis 50 % steigen. Im Geschäftsjahr 2008 lag er bei 27 %.
  • Wertsteigerndes Wachstum durch Ausbau des Geschäfts mit erneuerbaren Energien: Die Stromerzeugungskapazität auf Basis regenerativer Energien wollen wir auf 4,5 GW erhöhen. Sie würde sich damit gegenüber dem aktuellen Stand mehr als verdreifachen.
  • Verbesserung der Emissionsbilanz: Wir haben uns vorgenommen, die CO2-Emissionen deutlich zu senken. Unser Zielwert für 2012 liegt 20 % unter dem aktuellen Niveau. Einflüsse von Wachstumsinvestitionen auf unsere Emissionsbilanz bleiben dabei außer Betracht.
  • Ausbau der Gas-Midstream-Position: Das Beschaffungsvolumen wollen wir von 40 auf 60 Mrd.  Kubikmeter pro Jahr steigern.
  • Ausbau der Upstream-Position: Die Gas- und Ölförderung soll 2012/2013 rund 12 Mio.  Kubikmeter Öläquivalente pro Jahr erreichen. Umgerechnet in Gas sind das etwa 12 Mrd. Kubikmeter. Damit würden wir insgesamt doppelt so viel fördern wie im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Um diese Ziele erreichen zu können, wollen wir zum einen alle Geschäftsprozesse effizienter gestalten und Kosten senken. Unseren Zielwert von 600 Mio. € nachhaltiger Ergebnisverbesserung bis 2010 haben wir im August 2008 auf 1,2 Mrd. € verdoppelt. Basisjahr ist 2006. Die neue Zielmarke soll bis Ende 2012 erreicht sein.

Zum anderen setzen wir ein umfassendes Investitionsprogramm um. Wir müssen heute durch Investitionen unsere Marktpositionen von morgen sichern. Nur so werden wir auch in Zukunft stabile und attraktive Renditen erzielen. Im Mittelpunkt stehen hierbei unsere Kraftwerks- und Netzaktivitäten sowie verstärkt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Daneben bauen wir das Gasgeschäft intensiv aus. Zu unseren Projektfeldern gehören hier der Bau neuer Gasspeicher und Pipelines – mit der asiatisch-europäischen Nabucco-Pipeline als prominentestem Beispiel – und das Geschäft mit verflüssigtem Erdgas (LNG). In Summe beläuft sich unser Budget für Sachinvestitionen im laufenden und in den kommenden drei Jahren auf jeweils 6,5 Mrd. €.

Außerdem sondieren wir laufend Möglichkeiten, unser bestehendes Portfolio durch Zukäufe zu erweitern. Akquisitionen kommen für uns allerdings nur dann in Frage, wenn unsere Finanzkriterien erfüllt sind. Die wichtigste Messlatte dafür ist die interne Verzinsung (Internal Rate of Return – IRR): Diese muss mindestens den Kapitalkosten zuzüglich eines Renditeaufschlags entsprechen. Nach der geplanten Übernahme des niederländischen Energieversorgers Essent (siehe im Kapitel Ereignisse nach Ablauf des Berichtzeitraums) werden wir uns zunächst auf die Integration des Unternehmens konzentrieren. Kleinere Zukäufe sind allerdings weiterhin denkbar.