Rohstoffpreise


Berg- und Talfahrt der Rohölpreise.

Die internationalen Commodity Glossar-Märkte zeigten sich 2008 von zwei völlig verschiedenen Seiten: Eine Hausse Glossar nie gekannten Ausmaßes in der ersten Jahreshälfte wurde durch eine noch stärkere Baisse in der zweiten Jahreshälfte abgelöst. Besonders ausgeprägt waren die Preisschwankungen an den internationalen Rohölmärkten. Die Notierungen für ein Barrel Glossar der Nordseesorte Brent, die Anfang 2008 bei 97 US$ gelegen hatten, kletterten bis Anfang Juli auf Rekordwerte von über 140 US$, um dann bis Ende Dezember auf 37 US$ und damit weit unter das Ausgangsniveau zurückzufallen. Im Durchschnitt des Berichtszeitraums kostete das Barrel Brent-Öl 97 US$ und damit ein Drittel mehr als 2007. Die massive Verteuerung von Rohöl im ersten Halbjahr 2008 war auf den wachsenden Nachfragedruck aus Schwellenländern wie Indien und China zurückzuführen. Hinzu kam, dass politische Spannungen – etwa durch das iranische Atomprogramm – die Furcht vor Versorgungsengpässen schürten und verstärkt spekulative Geldanlagen in Rohstoffe getätigt wurden. Der dramatische Einbruch der Ölnotierungen im zweiten Halbjahr ist Folge der konjunkturellen Abkühlung und der damit einhergehenden Abschwächung der Nachfrage nach Erdöl.

Gasnotierungen wegen Ölpreisentwicklung weit über Vorjahresniveau.

Die europäischen Gasnotierungen folgen der Preisentwicklung am Ölmarkt. Allerdings tritt dabei üblicherweise eine leichte Verzögerung auf. Erdgasimporte nach Deutschland haben sich gegenüber 2007 um 36 % verteuert. Auch die Weitergabe der Einfuhrpreisänderungen an Endkunden erfolgt verzögert. Die Gasrechnung für Industriekunden lag daher im Durchschnitt nur um 18 % über dem Niveau des Vergleichszeitraums 2007. Für Haushalte und kleine Gewerbebetriebe hat sie sich um 9 % erhöht. In unserem zweitgrößten Gasmarkt Tschechien wurden die Endkundenpreise zügiger angepasst. Die Entgelte sind dort für Industrieunternehmen um 30 % gestiegen, für Haushalte und Gewerbekunden um 22 %. Am britischen Erdgas-Spotmarkt Glossar haben sich die Notierungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Neben dem Ölpreiseinfluss trug dazu auch der deutliche Nachfrageanstieg bei. Britische Industrie- und Gewerbekunden mussten nach vorläufigen Erhebungen etwa 50 % mehr bezahlen als 2007. In diesem Kundensegment werden die Preise wesentlich schneller angepasst als im Vertriebsgeschäft mit Haushalten, für die sich Gas um geschätzte 23 % verteuerte. Im ungarischen Markt erhöhten sich die Gaspreise für Industrieunternehmen um 15 % und für Haushalte um 16 %.

Steinkohlepreise: Nach Rekordhoch im Sommer wieder deutlicher Rückgang.

An den internationalen Steinkohlemärkten zeigte die Preiskurve einen ähnlichen Verlauf wie beim Rohöl, ihre Schwankungsbreite war allerdings etwas geringer. Im Rotterdamer Spothandel Glossar verteuerte sich die metrische Tonne Kraftwerkskohle von 125 US$ (inkl. Fracht und Versicherung) zu Jahresbeginn auf einen Spitzenwert von 225 US$ im Juli, das höchste je erreichte Preisniveau. Massive Rohstoffnachfrage aus dem asiatischen Raum sowie Transportengpässe in den Lieferländern Australien und Südafrika prägten diese Phase. Danach setzte – zeitgleich mit der Zuspitzung der Finanzmarktkrise – ein dramatischer Preisverfall ein. Zum Jahresende notierte die Tonne Steinkohle nur noch nahe der 80-Dollar-Marke, auch weil die Seefrachtraten eingebrochen waren. Diese betrugen zum Jahresende nicht einmal mehr ein Zehntel ihres Allzeithochs vom Juni, als die Standardroute Südafrika–Rotterdam mit bis zu 64 US$ je Tonne abgerechnet wurde. Durch die konjunkturelle Abkühlung erhielten etliche Hochseeschiffe keine Ladung mehr.

Trotz des jüngsten Preisverfalls lagen die Steinkohle-Notierungen im Jahresmittel weit über dem Niveau von 2007. Im Rotterdamer Spothandel ergab sich für 2008 ein Durchschnittswert von 148 US$. Im Vorjahr waren es 89 US$ gewesen. Der Preis für deutsche Steinkohle wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ermittelt. Er orientiert sich an den Notierungen für importierte Steinkohle und reflektiert daher – mit leichter Verzögerung – die Entwicklung an den internationalen Märkten. Der BAFA-Preis Glossar für das Gesamtjahr 2008 lag bei Abschluss dieses Berichts noch nicht vor. Nach offiziellen Angaben belief er sich in den ersten drei Quartalen auf 110 € je Tonne Steinkohleeinheit Glossar. Für das vierte Quartal wird er auf 135 € geschätzt. Damit ergäbe sich für das Gesamtjahr ein BAFA-Preis, der das Niveau von 2007 (68 €) um mehr als zwei Drittel übertrifft.