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Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2008 war ein Jahr der Gegensätze: Aus der anfänglich noch guten Konjunktur wurde eine der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrisen der Nachkriegszeit. Auch an den Rohstoffmärkten hätten die Kontraste nicht größer sein können: Die Preise für Öl und Steinkohle kletterten bis Jahresmitte auf immer neue Rekordstände, ehe sie auf rasante Talfahrt gingen. Dies spiegelte sich auch in den Strompreisen wider. Auf unsere Ertragslage 2008 hatte das Auf und Ab an den Energiebörsen aber keinen großen Einfluss: Wir haben die Erzeugung unserer Kraftwerke bereits auf Jahre im Voraus am Markt platziert und Brennstoffe frühzeitig preislich abgesichert.

Finanzmarktkrise dämpft Weltkonjunktur.

Die Verschärfung der Finanzmarktkrise hinterließ 2008 bereits deutliche konjunkturelle Spuren. Das Wachstum der Weltwirtschaft verringerte sich von 3,7 % (2007) auf geschätzte 2,0 %. Zum Jahresende hin verzeichneten alle führenden Industrieländer einen massiven Konjunktureinbruch. Zuletzt war die Wirtschaftsleistung in diesen Staaten rückläufig. In Schwellenländern stieg sie zwar noch, aber mit nachlassender Dynamik.

Im Euro-Raum lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,7 % über dem Vorjahresniveau. Deutschland kam auf ein Wachstum von 1,3 %. Nach einem starken ersten Quartal litt die Industrieproduktion zunehmend unter der konjunkturellen Eintrübung. Der gestiegene Außenwert des Euro gegenüber dem US-Dollar beeinträchtigte die Warenausfuhren, die dennoch zulegten. Trotz sinkender Kapazitätsauslastung konnten die Ausrüstungsinvestitionen das Wachstum des Vorjahres behaupten. Der Konsum bewegte sich seitwärts – ungeachtet höherer Löhne und einer zeitweise stark verbesserten Lage am Arbeitsmarkt.

Für unseren zweiten Hauptmarkt Großbritannien wird das Wachstum – wie für den Euro-Raum – mit 0,7 % veranschlagt. Sinkende Auftragseingänge und Anlageinvestitionen sowie ein starker Rückgang der Bautätigkeit prägten die konjunkturelle Lage. Weil sich der britische Immobilienmarkt in einer tiefen Krise befindet, erlitten viele Haushalte deutliche Vermögenseinbußen. Dies wirkte sich negativ auf die Konsumneigung aus. Trotz gegensteuernder Maßnahmen wie Steuer- und Leitzinssenkungen blieb die Situation angespannt.

Konnten die Länder Zentralosteuropas zur Jahresmitte noch ein hohes Expansionstempo und starke Währungen vorweisen, so verschlechterte sich ihre Lage im zweiten Halbjahr ebenfalls merklich. Die Wirtschaftsleistung der Gesamtregion lag allerdings noch um etwa 5 % über dem Vorjahresniveau. Für Polen wird das Wachstum auf 4,9 %, für Tschechien auf 4,1 % und für die Slowakei auf 6,7 % geschätzt. In diesen Ländern blieb die Beschäftigungssituation günstig. Auch die robuste Investitions- und Exportgüternachfrage stützte die Konjunktur. Deutlich schwächer entwickelte sich die Wirtschaft in Ungarn. Der Zuwachs betrug hier nur etwa 1 % und beruhte im Wesentlichen auf einer höheren Staatsnachfrage.