Investitionen Kraftwerke


Grünes Licht für neues Steinkohlekraftwerk in Hamm.

Im Zentrum unseres umfangreichen Investitionsprogramms steht der Ausbau und die Modernisierung unseres Kraftwerksparks. Wir sind hier 2008 ein gutes Stück vorangekommen. Im März konnte RWE Power mit dem Bau eines Steinkohlekraftwerks am Standort Hamm beginnen, nachdem die Bezirksregierung Arnsberg die Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz erteilt hatte. Die beiden Blöcke sollen bei planmäßigem Projektfortschritt 2011 in Betrieb gehen. Mit einer Nettoleistung von 1.530 MW Glossar und einem Wirkungsgrad Glossar von 46 % wird das Kraftwerk gegenüber Altanlagen bei gleicher Stromproduktion rund 2,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Außerdem ist die Option einer Nachrüstung mit Technologie zur CO2-Abscheidung bereits in den Bauplänen berücksichtigt. Die Investitionssumme für die Doppelblockanlage beträgt 2,1 Mrd. €. Im Februar 2008 beteiligten sich 23 Stadtwerke aus vier Bundesländern an dem Kraftwerk. Sie werden über insgesamt 350 MW Erzeugungskapazität verfügen.

Vorarbeiten für Steinkohlekraftwerk in den Niederlanden gestartet.

Auch in den Niederlanden wollen wir einen großen Steinkohle-Doppelblock errichten. Das Kraftwerk soll über eine Nettoleistung von 1.560 MW verfügen und mit einem Wirkungsgrad von über 46 % zu den weltweit modernsten seiner Art gehören. Wir gehen davon aus, im ersten Halbjahr 2009 mit dem Bau beginnen zu können. Bei planmäßigem Fortgang der Arbeiten könnte der erste Block 2013 ans Netz gehen. Die Anlage wird so ausgelegt, dass eine spätere Nachrüstung mit Technologie zur CO2-Abscheidung aus dem Rauchgas möglich ist. Darüber hinaus sollen 10 % der Feuerungswärmeleistung auf Biomasse entfallen. Die Investitionssumme wird voraussichtlich bei etwa 2,6 Mrd. € liegen.

800-MW Glossar-Steinkohlekraftwerk in Polen geplant.

Im Juni haben wir erste Schritte zum Bau eines Steinkohlekraftwerks in Polen unternommen. Mit Kompania Węglowa, dem größten Kohlebergbauunternehmen der EU, vereinbarten wir die Gründung einer Projektgesellschaft, an der RWE mindestens 75 % halten soll. Kompania Węglowa würde u.a. den Standort zur Verfügung stellen und das Kraftwerk mit Steinkohle beliefern. Die endgültige Investitionsentscheidung soll Ende 2009 fallen.

RWE als strategischer Investor für Kernenergieprojekte in Bulgarien und Rumänien ausgewählt.

Auch in Bulgarien und Rumänien planen wir den Bau und Betrieb von Kraftwerken. In Bulgarien richtet sich unser Interesse auf ein Kernenergieprojekt am Standort Belene im Norden des Landes. Die staatliche Elektrizitätsgesellschaft NEK will dort gemeinsam mit uns zwei Blöcke mit je 1.000 MW Kapazität errichten. Im Dezember 2008 haben wir mit NEK ein Joint-Venture-Abkommen zur Gründung einer Projektgesellschaft unterzeichnet, an der NEK 51 % halten wird. Wir haben die Möglichkeit, unseren 49 %-Anteil mit einem weiteren Partner zu teilen. Während der bereits angelaufenen Projektentwicklungsphase werden wesentliche technische, rechtliche, finanzielle und wirtschaftliche Fragen geklärt. Zentrale Voraussetzung für unsere Teilnahme an dem Projekt ist die Einhaltung höchster Standards in puncto Sicherheit und Transparenz.

In Rumänien will die staatliche SNN mit sechs internationalen Partnern – darunter RWE – zwei neue Kernkraftwerksblöcke mit einer Leistung von je 720 MW am Standort Cernavoda errichten. Im November 2008 haben die beteiligten Unternehmen die Gründung einer Projektgesellschaft vereinbart. SNN wird mit 51 % die Mehrheit an dem Projekt halten, wir übernehmen einen Anteil von 9,15 %. In einer 18-monatigen Entwicklungsphase wird die Projektgesellschaft alle sicherheitsrelevanten und technischen Details klären. Danach werden die Partner entscheiden, ob sie investieren. Bei planmäßigem Projektfortschritt könnten die neuen Blöcke 2015/2016 in Betrieb gehen.

Standortentscheidung für klimafreundliches Kohlekraftwerk getroffen.

Vorangekommen sind wir auch bei den Vorbereitungen für das geplante nahezu CO2-freie großtechnische Kohlekraftwerk, eines der ersten weltweit. Im August 2008 haben wir über den Standort und den Energieträger entschieden: Die Anlage soll in Hürth bei Köln gebaut und mit rheinischer Braunkohle befeuert werden. Das Kraftwerk basiert auf der sogenannten IGCC-Technologie (Integrated Gasification Combined Cycle). In diesem Verfahren wird die Braunkohle zunächst in gasförmigen Zustand gebracht und das Kohlendioxid anschließend abgetrennt. Dabei wird ein stark wasserstoffhaltiges Synthesegas gewonnen, das wir zur Stromerzeugung in nachgeschalteten Gas- und Dampfturbinen verwenden. Die Anlage soll über eine Bruttoleistung von 450 MW verfügen. Gesetzliche Maßnahmen zur Beschleunigung des Genehmigungsprozesses vorausgesetzt, wird sie frühestens Ende 2014 in Betrieb gehen. Vom CO2, das im Kraftwerksprozess entsteht, können etwa 90 % abgetrennt und in geologischen Gesteinsschichten langfristig gespeichert werden. Mögliche Speicherstätten will RWE Dea in Schleswig-Holstein erkunden, die Anträge dafür haben wir im vergangenen Jahr gestellt. Für Kraftwerk, Pipeline und Speicher werden insgesamt etwa 2 Mrd. € benötigt. RWE ist bereit, 1 Mrd. € einzusetzen. Daneben bemühen wir uns um Partner und öffentliche Fördermittel. Besonders Letztere sind ein wesentliches Kriterium bei der abschließenden Investitionsentscheidung. Erforderlich ist darüber hinaus ein angemessener Gesetzesrahmen.