Risiken


Marktrisiken ergeben sich durch Schwankungen finanzwirtschaftlicher Preise. Währungs-, Zins- und Aktienkursänderungen können das Ergebnis der Geschäftstätigkeit des Konzerns beeinflussen. Wegen der internationalen Präsenz des RWE-Konzerns kommt dem Management von Wechselkursveränderungen große Bedeutung zu. Das britische Pfund und der US-Dollar sind die beiden wichtigsten Fremdwährungen für den Konzern, und zwar aus zwei Gründen: Zum einen ist der Konzern in beiden Währungsräumen geschäftlich aktiv. Zum anderen notieren Brennstoffe in diesen Währungen. Die Konzerngesellschaften sind grundsätzlich verpflichtet, sämtliche Währungen über die RWE AG abzusichern. Diese ermittelt die Nettofinanzposition je Währung und sichert sie – wenn nötig – mithilfe externer Marktpartner ab.

Zinsrisiken bestehen hauptsächlich wegen der Finanzschulden und der zinstragenden Anlagen des Konzerns. Gegen negative Wertveränderungen aus unerwarteten Zinsbewegungen sichert RWE sich durch originäre und derivative Finanzgeschäfte ab.

Die Chancen und Risiken aus den Wertveränderungen der Wertpapiere werden durch ein professionelles Fondsmanagement gesteuert. Finanzgeschäfte des Konzerns werden mit einer zentralen Risikomanagement-Software erfasst und von der RWE AG überwacht. Dies ermöglicht einen Risikoausgleich über die Einzelgesellschaften hinweg.

Für den Commodity Glossar-Bereich hat das zentrale Risikomanagement des Konzerns Richtlinien aufgestellt. Demnach dürfen Derivate zur Absicherung gegenüber Preisrisiken, zur Optimierung des Kraftwerkseinsatzes sowie zur Margenerhöhung eingesetzt werden. Darüber hinaus ist der Handel mit Commodity-Derivaten im Rahmen von Limiten erlaubt. Die Limite werden durch unabhängige organisatorische Einheiten festgelegt und auf täglicher Basis überwacht.

Alle derivativen Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Bei der Interpretation der positiven und negativen beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente ist zu beachten, dass ihnen – mit Ausnahme des Volumens im Commodity-Handel (Eigenhandel) – i.d.R. Grundgeschäfte mit kompensierenden Risiken gegenüberstehen.

Die Laufzeit der Zins-, Währungs-, Aktien-, Index- und Commodity Glossar-Derivate orientiert sich an der Laufzeit der zugrunde liegenden Grundgeschäfte und liegt damit überwiegend im kurz- bis mittelfristigen Bereich. Bei der Absicherung des Fremdwährungsrisikos von Auslandsbeteiligungen wurden längere Laufzeiten von bis zu 30 Jahren vereinbart.

Zinsänderungs-, Währungskurs- und Aktienkursrisiken bei Finanzinstrumenten sowie Commodity-Preisrisiken werden – dem internationalen Bankenstandard entsprechend – mit der Value-at-Risk-Methode Glossar gemessen. Auf der Basis historischer Wertschwankungen wird das maximale Verlustpotenzial, das sich aus der Veränderung von Marktpreisen ergeben könnte, berechnet und laufend überwacht.

Die im Folgenden dargestellten Value-at-Risk-Angaben beziehen sich entsprechend den zwingenden Vorschriften von IFRS 7 ausschließlich auf bilanzierte Finanzinstrumente. Nicht in der Bilanz erfasste Planpositionen, die Gegenstand einer Sicherungsbeziehung sind, und sogenannte Eigenverbrauchsverträge im Commodity-Bereich dürfen nicht berücksichtigt werden. Die Risikosituation des RWE-Konzerns wird daher unvollständig abgebildet.

Value at Risk für Finanzderivate

Value at Risk

in Mio. €

31.12.08

31.12.07

Devisenderivate

85,7

43,9

Termingeschäfte

23,5

5,3

Optionsgeschäfte

 

0,1

Zins-/Währungsderivate

81,7

44,8

Zinsderivate

14,9

5,8

Zum 31. Dezember 2008 betrug der Fremdwährungs-Value-at-Risk für alle nach IFRS 7 zu berücksichtigenden Positionen 80,4 Mio. € (Vorjahr: 17,2 Mio. €). Grundgeschäfte, die Gegenstand eines Cash Flow Hedge sind, wurden gemäß IFRS 7 bei der Positionsermittlung nicht berücksichtigt.

Der Value at Risk für das Zinsrisiko aus Finanzschulden und zugehörigen Absicherungsgeschäften belief sich zum 31. Dezember 2008 auf 147,4 Mio. € (Vorjahr: 69,3 Mio. €). Der Value at Risk aus zinstragenden Anlagen unter Einschluss der Absicherungen betrug 46,1 Mio. € (Vorjahr: 21,2 Mio. €).

Der Value at Risk für das Aktienkursrisiko lag zum 31. Dezember 2008 bei 27,3 Mio. € (Vorjahr: 17,3 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2008 betrug der Value at Risk für nach IFRS 7 zu berücksichtigende Commodity-Positionen 80,4 Mio. € (Vorjahr: 35,2 Mio. €).

Alle Value-at-Risk-Angaben wurden mit einem Konfidenzintervall von 95 % und einer Haltedauer von einem Tag ermittelt.

Kreditrisiken.

In unserem Finanz- und Handelsbereich bestehen vorwiegend Kreditbeziehungen zu Banken und anderen Handelspartnern mit guter Bonität. Kreditrisiken gegenüber Vertragspartnern werden bei Vertragsabschluss geprüft und laufend überwacht. Durch Festlegung von Limiten für das Handeln mit Geschäftspartnern und gegebenenfalls durch das Stellen von Barsicherheiten schränken wir das Kreditrisiko ein. Zudem setzen wir Kreditversicherungen und Bankgarantien ein. Das Kreditrisiko wird im Handelsbereich auf täglicher, im Finanzbereich auf wöchentlicher Basis überwacht.

In unserem Vertriebsgeschäft sind wir Kreditrisiken ausgesetzt, weil Kunden möglicherweise ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Durch regelmäßige Bonitätsanalyse unseres Kundenportfolios auf Basis der Kreditrisiko-Richtlinie des RWE-Konzerns schränken wir dieses Risiko ein. Zudem setzen wir teilweise Sicherheitsleistungen und Bankgarantien ein.

Das maximale Ausfallrisiko ergibt sich durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten Forderungen. Bei den Derivaten entsprechen die Ausfallrisiken ihren positiven beizulegenden Zeitwerten. Im Berichtsjahr und im Vorjahr waren die Ausfälle unbedeutend.

Liquiditätsrisiken.

Die Refinanzierung der RWE-Konzerngesellschaften erfolgt i.d.R. zentral durch die RWE AG. Hier besteht das Risiko, dass die Liquiditätsreserven nicht ausreichen, um die finanziellen Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen. Im Jahr 2009 werden Kapitalmarktschulden mit einem Nominalvolumen von rund 0,2 Mrd. € und Bankschulden in Höhe von 0,3 Mrd. € fällig, zusätzlich werden auch kurzfristige Schulden fällig. Für die Deckung des Liquiditätsbedarfs standen am 31. Dezember 2008 flüssige Mittel und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von insgesamt 8.984 Mio. € zur Verfügung. Darüber hinaus konnte die RWE AG am Bilanzstichtag über eine vertraglich vereinbarte ungenutzte syndizierte Kreditlinie Glossar in Höhe von 3,6 Mrd. € verfügen. Des Weiteren gibt es ungenutzte Reserven in Höhe von 9,8 Mrd. € im Rahmen des 20-Mrd.-€-Debt-Issuance-Programms Glossar. Das Liquiditätsrisiko ist daher äußerst gering.