Neue Rechnungslegungsvorschriften


Der International Accounting Standards Board (IASB) und das International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) haben weitere Standards und Interpretationen verabschiedet, die für das Geschäftsjahr 2008 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind. Die Anwendung dieser IFRS setzt voraus, dass die EU die zum Teil noch ausstehende Anerkennung erteilt.

Sammelstandard zur Änderung verschiedener IFRS (2008) „Verbesserungen der International Financial Reporting Standards“ ist der erste im Rahmen des jährlichen Verbesserungsprozesses des IASB („Annual Improvement Process“) herausgegebene Standard, der eine Vielzahl kleinerer IFRS-Änderungen enthält. Die Änderungen zielen darauf ab, Vorschriften zu konkretisieren und unbeabsichtigte Inkonsistenzen zwischen den Standards zu beseitigen. Die meisten Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen, anzuwenden. Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung der Änderungen auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IFRS 1 (2008) und IAS 27 (2008) „Anschaffungskosten von Anteilen an Tochterunternehmen, gemeinschaftlich geführten Unternehmen oder assoziierter Unternehmen“ führt für Einzelabschlüsse von IFRS-Erstanwendern Erleichterungen bei der erstmaligen Bewertung von Beteiligungen ein. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen, anzuwenden. Die erstmalige Anwendung wird keine Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IFRS 1 (2008) „First-time Adoption of International Financial Reporting Standards“ ist eine inhaltlich unveränderte, aber neu strukturierte Fassung des bisherigen IFRS 1. Die erstmalige Anwendung wird keine Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IFRS 2 Änderung (2008) „Ausübungsbedingungen und Annullierungen“ stellt die Definition von „Ausübungsbedingungen” bei aktienbasierten Vergütungen klar und legt fest, dass alle Annullierungen von aktienbasierten Vergütungsplänen – unabhängig von der kündigenden Partei – identisch zu bilanzieren sind. Die Änderungen von IFRS 2 sind erstmals verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IFRS 3 (2008) „Business Combinations“ enthält geänderte Vorschriften zur Bilanzierung von Unternehmenserwerben. Insbesondere werden der Anwendungsbereich und die Bilanzierung von sukzessiven Anteilserwerben geändert sowie ein Wahlrecht eingeführt: Die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter können mit ihrem beizulegenden Zeitwert oder mit dem anteiligen Nettovermögen bewertet werden. Je nachdem, für welche der beiden Möglichkeiten sich ein Unternehmen entscheidet, wird im Rahmen des Unternehmenserwerbs ein eventuell vorhandener Geschäfts- oder Firmenwert vollständig oder nur mit dem Anteil des Mehrheitseigentümers ausgewiesen. IFRS 3 (2008) ist erstmals verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung der Änderungen auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IAS 1 (2007) „Darstellung des Abschlusses“ enthält neue Vorschriften zur Darstellung des Abschlusses. Insbesondere sind künftig nicht eigentümerbezogene Eigenkapitalveränderungen von den eigentümerbezogenen Eigenkapitalveränderungen strikt zu trennen und erweiterte Angaben zum Other Comprehensive Income zu machen. IAS 1 (2007) ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die Anwendung von IAS 1 (2007) wird im RWE-Konzernabschluss insbesondere zu Änderungen in der Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung und des Eigenkapitalspiegels führen.

IAS 23 (2007) „Fremdkapitalkosten“: Mit der überarbeiteten Fassung von IAS 23 hat der IASB ein Wahlrecht abgeschafft, das die Behandlung von Fremdkapitalkosten betrifft, die unmittelbar im Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung qualifizierter Vermögenswerte anfallen. Diese Fremdkapitalkosten sind zukünftig als Bestandteil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Vermögenswerte zu aktivieren. IAS 23 (2007) ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die Änderung der Bilanzierungsmethoden für Fremdkapitalkosten ab dem Geschäftsjahr 2009 wird sich im Wesentlichen im Zinsergebnis und in den planmäßigen Abschreibungen auswirken.

IAS 27 (2008) „Consolidated and Separate Financial Statements“: Mit der überarbeiteten Fassung von IAS 27 hat der IASB die Vorschriften zur Bilanzierung von Transaktionen mit nicht beherrschenden Anteilseignern eines Konzerns sowie die Bilanzierung im Falle des Verlusts der Beherrschung über ein Tochterunternehmen geändert. Transaktionen, durch die ein Mutterunternehmen seine Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen ändert, ohne die Beherrschung aufzugeben, sind künftig als erfolgsneutrale Eigenkapitaltransaktionen zu bilanzieren. Ferner regelt der Standard, wie ein Entkonsolidierungserfolg berechnet und eine nach Teilveräußerung verbleibende Restbeteiligung am ehemaligen Tochterunternehmen bewertet werden muss. Die geänderten Vorschriften von IAS 27 sind spätestens für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Die Auswirkungen der Anwendung der neuen Regelungen auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IAS 32 (2008) und IAS 1 (2008) „Kündbare Finanzinstrumente und bei Liquidation entstehende Verpflichtungen“ enthält geänderte Vorschriften zur Abgrenzung von Fremd- und Eigenkapital. Bestimmte Finanzinstrumente, die bisher als Fremdkapital zu klassifizieren sind, müssen künftig als Eigenkapital ausgewiesen werden. Die neuen Regeln sind erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Diese werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IAS 39 Änderungen (2008) „Eligible Hedged Items“ konkretisiert die Grundsätze der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen. Die Änderungen ergänzen die Anwendungsgrundsätze in den Bereichen der Designation von Inflationsrisiken als Grundgeschäft und der Designation von Sicherungsgeschäften zur Absicherung eines einseitigen Risikos. Die Änderungen sind erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Sie werden voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

Die Änderungen (2008) an IAS 39 und IFRS 7 „Reclassification of Financial Assets – Effective Date and Transition“ enthalten Übergangsregelungen und eine Klarstellung zum Anwendungszeitpunkt der im Jahr 2008 eingeführten Möglichkeit, einige bisher zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende nicht derivative finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Die erstmalige Anwendung wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IFRIC 13 „Kundenbindungsprogramme“ regelt den Ausweis von Umsatzerlösen im Zusammenhang mit Kundenbonusprogrammen, die von den Herstellern bzw. Dienstleistungsanbietern selbst oder durch Dritte angeboten werden. Die Interpretation ist erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2008 beginnen. Die Auswirkungen der erstmaligen Anwendung von IFRIC 13 auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IFRIC 15 „Agreements for the Construction of Real Estate“ regelt die Bilanzierung von Immobilienverkäufen, bei denen es vor Abschluss der Bauarbeiten zum Vertragsabschluss mit dem Erwerber kommt. Die Interpretation klärt insbesondere, unter welchen Voraussetzungen IAS 11 bzw. IAS 18 anzuwenden ist und zu welchem Zeitpunkt die entsprechenden Umsatzerlöse zu realisieren sind. Die Interpretation ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IFRIC 16 „Hedges of a Net Investment in a Foreign Operation“ klärt Zweifelsfälle im Zusammenhang mit der Währungssicherung eines ausländischen Geschäftsbetriebs. Insbesondere wird durch die Interpretation festgelegt, welches Risiko gesichert werden kann, welche Konzernunternehmen das Sicherungsinstrument halten können und wie im Falle des Abgangs der ausländischen Einheit zu bilanzieren ist. Die Interpretation ist erstmals verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Oktober 2008 beginnen. Der RWE-Konzernabschluss wird dadurch voraussichtlich nicht wesentlich beeinflusst.

IFRIC 17 „Distributions of Non-cash Assets to Owners“ stellt Regeln zur Bilanzierung von Sachdividenden auf. Die Interpretation ist erstmals verpflichtend anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Die erstmalige Anwendung wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.

IFRIC 18 „Transfers of Assets from Customers“ regelt die Bilanzierung von Vermögenswerten, die von Kunden zum Zwecke des Netzanschlusses oder der Gewährung eines laufenden Zugangs zur Versorgung mit Gütern oder Dienstleistungen an ein Unternehmen übertragen wurden. Die am 29. Januar 2009 veröffentlichte Interpretation ist erstmals auf die Bilanzierung von Vermögenswerten anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 übertragen werden. Die Auswirkungen der Anwendung der Interpretation auf den RWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

Folgender am 1. Januar 2008 in Kraft getretener IFRS wird im RWE-Konzern nicht angewendet, da die Anerkennung durch die EU noch aussteht:

IFRIC 12 „Service Concession Arrangements“ regelt die Bilanzierung von Vereinbarungen, bei denen die öffentliche Hand mit privaten Unternehmen Verträge abschließt, die auf die Erfüllung öffentlicher Aufgaben gerichtet sind. Zur Erfüllung dieser Aufgaben nutzt das private Unternehmen Infrastruktur, die in der Verfügungsmacht der öffentlichen Hand bleibt. Das private Unternehmen ist für den Bau, den Betrieb und die Erhaltungsmaßnahmen der Infrastruktur verantwortlich. Die Interpretation war erstmals anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2008 beginnen. Die Anwendung wird voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss haben.