Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden


Der International Accounting Standards Board (IASB) hat eine Reihe von Änderungen bei bestehenden International Financial Reporting Standards (IFRS) sowie einige neue IFRS verabschiedet, die seit dem 1. Januar 2008 verpflichtend anzuwenden sind. Die folgenden IFRS werden im RWE-Konzern im Berichtsjahr erstmals angewendet:

Der Änderungsstandard „Umgliederung finanzieller Vermögenswerte (Änderungen an IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung und IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben)“ eröffnet Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, einige bisher zum beizulegenden Zeitwert zu bewertende nicht derivative finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bewerten. Ferner werden erweiterte Anhangangaben zur Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten verlangt. Die neuen Vorschriften konnten erstmals zum 1. Juli 2008 angewendet werden. Der RWE-Konzernabschluss wurde dadurch nicht beeinflusst.

IFRIC 11 „IFRS 2 – Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen“ beantwortet die Frage, wie IFRS 2 auf aktienbasierte Zahlungsvereinbarungen anzuwenden ist, die unternehmenseigene Eigenkapitalinstrumente oder Eigenkapitalinstrumente eines anderen Unternehmens desselben Konzerns beinhalten. Die erstmalige Anwendung von IFRIC 11 hatte keine Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

IFRIC 14 „IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestdotierungsverpflichtungen und ihre Wechselwirkung“ befasst sich mit Detailfragen der Bilanzierung von Pensionsplänen. Die erstmalige Anwendung von IFRIC 14 hatte keine Auswirkungen auf den RWE-Konzernabschluss.

Darüber hinaus hat RWE folgende freiwillige Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden vorgenommen:

Anwendung von IAS 19.93A: Um die Transparenz der Berichterstattung zu erhöhen, werden im RWE-Konzern versicherungsmathematische Gewinne und Verluste leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlicher Verpflichtungen seit 1. Januar 2008 nicht mehr nach der sogenannten „Korridor-Methode“ bilanziert, sondern gemäß IAS 19.93A vollständig in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Nach der „Korridor-Methode“ wurden versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, soweit sie 10 % des höheren Betrags aus dem Verpflichtungsumfang und dem Zeitwert des Planvermögens überstiegen, über die durchschnittliche erwartete Restlebensarbeitszeit der berechtigten Mitarbeiter erfolgswirksam erfasst. Die neue Methode gemäß IAS 19.93A sieht eine sofortige Bilanzierung sämtlicher versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste vor. Diese werden als Komponente des Other Comprehensive Income außerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung in der Aufstellung der erfassten Erträge und Aufwendungen ausgewiesen und nach erstmaligem Ausweis im Other Comprehensive Income unmittelbar in die Gewinnrücklagen gebucht; in den Folgeperioden werden sie daher nicht mehr erfolgswirksam.

Nach IFRS waren die Vergleichszahlen für 2007 an die neue Vorgehensweise anzupassen. Durch die rückwirkende Umstellung erhöhten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen zum 1. Januar 2008 um 69 Mio. € (1. Januar 2007: 257 Mio. €). Darüber hinaus verringerten sich die unter den langfristigen sonstigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerten ausgewiesenen positiven Nettovermögen bei fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen zum 1. Januar 2008 um 266 Mio. € (1. Januar 2007: 413 Mio. €). Durch die Anpassung stiegen per 1. Januar 2008 die zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte um 9 Mio. € und die zur Veräußerung bestimmten Schulden um 22 Mio. €. Nach Berücksichtigung der erfolgsneutral erfassten aktiven latenten Steuern in Höhe von 46 Mio. € (1. Januar 2007: 96 Mio. €) und des Rückgangs der passiven latenten Steuern in Höhe von 43 Mio. € (1. Januar 2007: 123 Mio. €) reduzierte sich durch die Anpassung das Eigenkapital zum 1. Januar 2008 um insgesamt 259 Mio. € (1. Januar 2007: 451 Mio. €). Weil die ursprünglich erfolgswirksame Amortisation versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste entfallen ist, verringerte sich der Personalaufwand des Geschäftsjahres 2007 um 13 Mio. €, während die Ertragsteuern um 5 Mio. € anstiegen. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2007 fiel somit um 8 Mio. € höher aus.