Verlauf   

Renditeorientierte Unternehmenssteuerung. Im Zentrum unserer Strategie die Steigerung des Unternehmenswertes. Zusätzlicher Wert wird dann geschaffen, wenn die Rendite auf das eingesetzte Vermögen die Kapitalkosten übersteigt. Wir messen die Rendite als Return on Capital Employed (ROCE). Der ROCE zeigt die rein operative Rendite. Er ergibt sich, wenn das betriebliche Ergebnis durch das betriebliche Vermögen geteilt wird.

Die Tabelle auf Seite 209 oben stellt dar, wie die Kapitalkosten hergeleitet werden. Diese ermitteln wir als gewichteten Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten.

Die Eigenkapitalkosten erfassen die über eine risikolose Anlage hinausgehende unternehmensspezifische Renditeerwartung des Kapitalmarktes bei einer Investition in die RWE-Aktie. Die Fremdkapitalkosten orientieren sich an den langfristigen Finanzierungskonditionen im RWE-Konzern und berücksichtigen die steuerliche Abzugsfähigkeit von Fremdkapitalzinsen (Tax Shield). Für das Fremdkapital legen wir im Konzern einen Kostensatz vor Steuern von 5,25 % zugrunde. Beim Eigenkapital nehmen wir einen Zinssatz für eine risikolose Anlage in Höhe von 4,75 % als Basis und addieren konzern- sowie bereichsspezifische Risikoaufschläge. Wir operieren dabei mit einem Betafaktor von 0,74.

Das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital setzen wir mit 50 zu 50 an. Dieser Wert wird nicht aus den Buchwerten der Bilanz abgeleitet, sondern basiert u.a. auf einer Marktbewertung des Eigenkapitals und auf Annahmen über die langfristige Entwicklung von Nettofinanzposition und Rückstellungen. Insgesamt kommen wir so – wie im Vorjahr – auf Kapitalkosten für den RWE-Konzern von 9,0 % vor Steuern.

Die Differenz von ROCE und Kapitalkostensatz ergibt den relativen Wertbeitrag. Durch Multiplikation mit dem eingesetzten betrieblichen Vermögen erhält man den absoluten Wertbeitrag, den wir als zentrale Steuerungsgröße einsetzen. Je höher dieser ausfällt, desto attraktiver ist die jeweilige Aktivität für unser Portfolio. Er ist wesentliches Kriterium bei der Beurteilung von Investitionen und zugleich Maßstab für die Bonuszahlungen an unsere Führungskräfte.

Geänderte Methodik ab 2007. Wir haben unser Wertmanagement-Konzept methodisch weiterentwickelt. Abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens erfassen wir nicht mehr mit ihren aktuellen Buchwerten, sondern mit der Hälfte der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Bei Finanzanlagen berücksichtigen wir die im Kaufpreis enthaltenen Firmenwerte aber weiterhin in voller Höhe. Unsere Rendite-Anforderungen an Akquisitionsvorhaben basieren nach wie vor auf dem Buchwertkonzept.

Die neue Vorgehensweise hat den Vorteil, dass die ROCE-Ermittlung nicht mehr von der Abschreibungsdauer beeinflusst wird. Dies verringert die durch den Investitionszyklus verursachten Schwankungen der Wertbeiträge. Wir haben das neue Konzept im zurückliegenden Geschäftsjahr erstmals angewendet. Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Vorjahreszahlen angepasst. Der RWE-Konzern weist nun ein deutlich höheres betriebliches Vermögen und dementsprechend niedrigere Renditen und Wertbeiträge auf. Die stärksten Abweichungen zu den nach altem Konzept ermittelten Werten treten in den Bereichen RWE Power und RWE Energy auf.

Niedrigere Kapitalkosten ab 2008. Eine zweite Anpassung im Wertmanagement-Konzept betrifft die Höhe der Kapitalkosten. Ab 2008 legen wir für den RWE-Konzern einen um einen halben Prozentpunkt verringerten Wert von 8,5 % zugrunde. Bei den Unternehmensbereichen und den einzelnen Business Units nehmen wir ebenfalls eine Absenkung um einen halben, bei RWE Dea um einen ganzen Prozentpunkt vor. Hintergrund sind die für 2008 beschlossenen Senkungen der Unternehmenssteuern in Deutschland und Großbritannien. Die Anpassung der Kapitalkosten vor Steuern bewirkt, dass die Kapitalkosten nach Steuern unverändert bleiben. Sie belaufen sich für den RWE-Konzern auf 6,0 %.

RWE-Konzern – Kapitalkosten

 

2007

Ab 2008

Risikoloser Zinsfuß

%

4,75

4,75

Marktprämie

%

5,0

5,0

Betafaktor

 

0,74

0,67

Eigenkapitalkosten nach Steuern

%

8,5

8,1

Fremdkapitalkosten vor Steuern

%

5,25

5,25

Steuersatz für Fremdkapital

%

31,4

27,0

Tax Shield

%

-1,65

-1,40

Fremdkapitalkosten nach Steuern

%

3,6

3,8

Anteil Eigenkapital

%

50

50

Anteil Fremdkapital

%

50

50

Kapitalkosten nach Steuern

%

6,0

6,0

Steuersatz für pauschale Umrechnung

%

35

30

Kapitalkosten vor Steuern

%

9,0

8,5

RWE-Konzern – Ermittlung des betrieblichen Vermögens

 

31.12.06

31.12.07

1

Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Investment Property wurden mit hälftigen Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt (siehe "Beteiligungen"); Geschäfts- oder Firmenwerte und Kundenbeziehungen wurden mit ihren Buchwerten erfasst.

2

At-EquityGlossar-bilanzierte Beteiligungen und übrige Finanzanlagen (ohne langfristige Wertpapiere)

3

Enthalten sind Ertragsteueransprüche; nicht berücksichtigt sind Finanzderivate in Höhe von 424 Mio. € (Vorjahr: 282 Mio. €) und das Nettovermögen bei fondsgedeckten Pensionsverpflichtungen.

4

Die Position umfasst Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen; nicht enthalten sind Rückstellungen mit Langfristcharakter in Höhe von 581 Mio. € (Vorjahr: 720 Mio. €).

5

Die Position umfasst Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Ertragsteuerverbindlichkeiten sowie übrige Verbindlichkeiten; nicht enthalten sind Finanzderivate in Höhe von 282 Mio. € (Vorjahr: 248 Mio. €) sowie Kaufpreisverbindlichkeiten von 1.951 Mio. € (Vorjahr: 1.936 Mio. €) aus Andienungsrechten und einem Terminkauf von Minderheitenanteilen.

6

Herausgerechnet werden nach IAS 16.15 gebildete Aktiva in Höhe von 529 Mio. € (Vorjahr: 424 Mio. €), da durch sie kein Kapital gebunden wird. Außerdem herausgerechnet werden passive latente Steuern auf den aktivierten Kundenstamm von RWE npower.

7

Größtenteils zeitliche Korrekturen, u.a. wegen unterjähriger Erst-/Entkonsolidierungen und des Ausweises von American Water als nicht fortgeführte Aktivität.

Immaterielle Vermögenswerte/Sachanlagen1

Mio. €

53.456

46.598

+ Beteiligungen inkl. Ausleihungen2

Mio. €

3.917

3.902

+ Vorräte

Mio. €

2.226

2.352

+ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Mio. €

8.871

8.812

+ Sonstige Forderungen und sonstige Vermögenswerte3

Mio. €

8.855

8.874

- Unverzinsliche Rückstellungen4

Mio. €

10.380

10.972

- Unverzinsliche Verbindlichkeiten5

Mio. €

20.635

18.467

- Korrekturen6

Mio. €

1.086

1.134

Betriebliches Vermögen

Mio. €

45.224

39.965

 

 

 

 

RWE-Konzern – Ermittlung des Wertbeitrags

 

 

2007

Betriebliches Vermögen vor Korrekturen
(im Jahresdurchschnitt)

Mio. €

 

42.595

- Korrekturen7

Mio. €

 

2.885

Betriebliches Vermögen nach Korrekturen
(im Jahresdurchschnitt)

Mio. €

 

39.710

Betriebliches Ergebnis

Mio. €

 

6.520

+ Zinserträge aus Leasingforderungen

Mio. €

 

11

Betriebliches Ergebnis für ROCE-Berechnung

Mio. €

 

6.531

ROCE

%

 

16,4

Relativer Wertbeitrag

%

 

7,4

Absoluter Wertbeitrag

Mio. €

 

2.957


 

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