Für eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung können wir absehbar auf Kohle nicht verzichten. So bleibt als Alternative, die Kohleverstromung klimaverträglich zu gestalten. Dieses Ziel ist nur auf Basis innovativer Technologien erreichbar, wie zum Beispiel mit dem CCS-Ansatz (Carbon Capture and Storage): Das im Kraftwerksprozess entstehende CO2 wird weitgehend abgetrennt und unterirdisch gespeichert – so dass es nicht in die Atmosphäre gelangt. Im Jahr 2014 soll unser erstes Kohlekraftwerk mit CO2-Abscheidung und einer Bruttoleistung von 450 MWGlossar in Betrieb gehen.
Für dieses zukunftweisende Kraftwerksprojekt werden wir mindestens 1 Mrd. € investieren. Gleichzeitig eröffnet diese Schlüsseltechnologie die Option, neben Strom auch andere Produkte wie Wasserstoff und synthetisches Erdgas oder Kraftstoffe herzustellen.
Partner in der Politik.
Um dieses technologische Großprojekt wie geplant verwirklichen zu können, brauchen wir die Unterstützung der Behörden: Zügige Planungs- und Genehmigungsverfahren sind nötig, um den ambitionierten Zeitplan einhalten zu können. Bis spätestens 2009 benötigen wir einen sicheren Rechtsrahmen. Das gilt insbesondere für den Transport und die Speicherung des Kohlendioxids. Sowohl die EU-Kommission als auch die Bundesregierung haben allerdings inzwischen signalisiert, konsequent auf dieses Ziel hinzuarbeiten.
Clean-Coal-Technologien exportieren.
Parallel arbeiten wir zusammen mit Partnern an einer weiteren Technologie zur CO2-Abspaltung, die auch in bestehenden Kraftwerken eingesetzt werden kann: die nachgeschaltete CO2-Wäsche. Geplant ist zunächst eine Pilotanlage in unserem Braunkohlekraftwerk Niederaußem. In den USA werden wir mit American Electric Power (AEP) bei der Erprobung von CO2-Abscheidungs- und Speichertechnik zusammenarbeiten. Ziel ist es, die CO2-Abtrennung bis zum Jahr 2020 zur Nachrüstung bestehender Braunkohlekraftwerke nutzen zu können. Mit den genannten Technologieprojekten werden wir der Kohleverstromung neue, klimafreundliche Perspektiven geben. Dabei genügt es natürlich nicht, bei der Entwicklungsarbeit erfolgreich zu sein. Wir müssen diese Technologien auch in Europa anwenden. Nur dann können wir sie Entwicklungs- und Schwellenländern überzeugend als Instrument anbieten, ihre eigene wirtschaftliche Entwicklung auf eine nachhaltige, klimafreundliche Basis zu stellen.
Unsere Vision:
Brücken-Technologien auf dem Weg zum Brennstoff-Mix der Zukunft.
Moderne Kohlekraftwerke können aus unserer Sicht auch eine weitere wichtige Aufgabe übernehmen: die Brücke zu schlagen zum Brennstoff-Mix der Zukunft. Wie könnte dieser Mix aussehen? Erneuerbare Energien sind das erste Standbein in unserem Stromerzeugungs-Szenario. Auch wenn noch viel Entwicklungsarbeit erforderlich ist, hat langfristig die Kernfusion das Potenzial, das zweite Standbein zu werden. Sie könnte sich zur wichtigsten Stütze der Grundlast-Stromversorgung entwickeln. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. In der Zwischenzeit hat neben der Kernspaltung nur ein Brennstoff die Möglichkeit, die weltweit steigende Stromnachfrage verlässlich abzudecken: Kohle.

Clean-Coal-Technologien: Planung eines Kohlekraftwerks mit integrierter CO2-Abtrennung und –Speicherung
