Risiken und Chancen ergeben sich für den RWE-Konzern vor allem aus der Stromerzeugung. Diese wird in starkem Maße von der Entwicklung der Marktpreise für Strom, fossile Brennstoffe (insbesondere Steinkohle und Gas) sowie CO2-Zertifikate beeinflusst. Ein Risiko liegt beispielsweise darin, dass höhere Rohstoffnotierungen nicht über steigende Strompreise weitergegeben werden können. Chancen bietet dagegen eine höhere Spanne zwischen dem Strompreis und den Preisen fossiler Brennstoffe. Weitere Risiken und Chancen resultieren aus unserer Erdöl- und Gasförderung. Unerwartet negativen Preisveränderungen begegnen wir durch den gezielten Einsatz von derivativen Absicherungsinstrumenten. Neben der Erzeugungsseite ist auch das Vertriebsgeschäft mit Risiken verbunden. Diese sind z.B. Folge unerwarteter Nachfrageschwankungen aufgrund von Temperaturänderungen. Unsere Preisrisiken auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten ermitteln wir mit speziellen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung aktueller Terminpreise und erwarteter Preisvolatilitäten. Zur Risikominderung auf der Beschaffungs- und Absatzseite setzen wir u.a. Finanz- und CommodityGlossar-Derivate ein. Durch die Liberalisierung der europäischen Strom- und Gasmärkte ergeben sich Preis- und Absatzrisiken, aber auch neue Vermarktungschancen. Den Risiken begegnen wir mit einer differenzierten Preisstrategie, einer darauf abgestimmten Vertriebspolitik und intensiven Maßnahmen auf der Kostenseite. Ergebnisrisiken können außerdem aus dem Verlust von Konzessionen im Netzbereich entstehen.
Mit unseren Energiehandelsaktivitäten grenzen wir Ergebnisrisiken aus Preisschwankungen auf Energiemärkten für den Erzeugungs- und Vertriebsbereich ein. Außerdem verfolgen wir die Absicht, durch das Eingehen von Handelspositionen Gewinne zu erzielen. Unser Handelsbereich dient dabei einerseits als zentrale Plattform zur Absicherung gegenüber Rohstoffpreisrisiken im RWE-Konzern. Dadurch wird eine stabile Kalkulationsgrundlage für unser Unternehmen geschaffen. Andererseits schließen wir Handelsgeschäfte ab, um in einem durch Handelslimite begrenzten Umfang Preisänderungen auf den Energiemärkten gezielt zu nutzen. Damit gehen wir Risiken aus unerwarteten Preisschwankungen ein. Darüber hinaus unterliegen wir auch Kreditrisiken, weil Handelspartner möglicherweise ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen. Das integrierte Handels- und Risikomanagementsystem im Energiehandelsbereich des RWE-Konzerns ist eng an die für Handelsgeschäfte geltenden Best-Practice-Regelungen angelehnt. Spezifische Kenngrößen für Preisrisiken werden täglich ermittelt. Risiko-Obergrenzen werden vom Risikokomitee der RWE AG festgelegt und kontinuierlich überwacht. Zur Messung des Preisrisikos im Energiehandel berechnen wir u.a. den Value at RiskGlossar (VaR). Ein vom Risikokomitee der RWE AG festgelegtes Limitsystem schränkt die jeweiligen Risiken ein. Die zentrale Risiko-Steuerungsgröße ist der Global Value at Risk, der alle Handelsgeschäfte der RWE Trading einschließt und maximal 40 Mio. € betragen darf. Den VaR-Werten im RWE-Konzern liegt grundsätzlich ein KonfidenzintervallGlossar von 95 % zugrunde. Dabei wird für die jeweiligen Positionen eine Haltedauer von einem Tag unterstellt. Der Global VaR gibt damit den maximalen Tagesverlust aus allen Handelsgeschäften an, den die RWE Trading mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % nicht überschreitet. Ende 2007 betrug der genutzte Global VaR der RWE Trading 10 Mio. €. Im Berichtszeitraum lag er bei durchschnittlich 15 Mio. €.
