Verlauf   

Der ständige Wandel des politischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Umfelds kann die Ertragslage des RWE-Konzerns erheblich beeinflussen. Angesichts des hohen Anteils von Braun- und Steinkohlekraftwerken in unserem Stromerzeugungsportfolio sind wir Risiken aus dem EU-weiten CO2-Emissionshandelssystem ausgesetzt. Diese können sich insbesondere aus einem unerwartet hohen Preis und damit erhöhten Beschaffungskosten für CO2-Zertifikate ergeben. Die CO2-Preisrisiken sind daher integraler Bestandteil unseres zentralen Risikomanagementsystems. Für den Zeitraum 2013 bis 2020 hat die Europäische Kommission ein neues Klimaschutzpaket verabschiedet. Darin werden allen EU-Mitgliedsländern verbindliche Ziele für die Verminderung der Treibhausgasemissionen und für den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch vorgeschrieben. Die Ausprägungen eines internationalen oder europäischen Emissionshandelssystems bleiben allerdings großenteils unklar. RWE rechnet jedoch mit erheblich höheren Kosten als in der aktuellen Handelsperiode bis 2012. Wir streben an, die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren und das Stromerzeugungsportfolio mit den anstehenden Kraftwerksinvestitionen noch flexibler auszurichten. Darüber hinaus begrenzen wir die CO2-Risiken durch Klimaschutzprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern im Rahmen der Kyoto-Mechanismen „Clean Development Mechanism“Glossar (CDM) und „Joint Implementation“Glossar (JI).

Bei unseren deutschen Strom- und Gasnetzen sehen wir Risiken durch regulatorische Eingriffe, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Kostenprüfung durch die Regulierungsbehörde. Diese wird voraussichtlich zu einer weiteren deutlichen Absenkung der Netzerlöse führen. Für den Strombereich liegen erste Bescheide der Bundesnetzagentur vor. Inzwischen besteht auch mehr Klarheit über die AnreizregulierungGlossar ab 2009. Ihre Eckpunkte sind in einer Verordnung festgelegt, die der Bundesrat im September 2007 verabschiedet hat. Negative Auswirkungen aus der Regulierung wollen wir durch Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung innerhalb der RWE Energy zum Teil kompensieren. Auch im Rahmen unserer osteuropäischen Aktivitäten, insbesondere im tschechischen Gasgeschäft, sind wir regulatorischen Risiken ausgesetzt. Risiken können sich ferner aus der Verschärfung der kartellrechtlichen Preismissbrauchsaufsicht ergeben, die Ende 2007 in Kraft getreten ist. Hier kann es zu verstärkten kartellbehördlichen Ermittlungen bzw. gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen. Für eine genaue Bewertung bleibt die konkrete Stoßrichtung derartiger Verfahren abzuwarten.


 

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