Der Deutsche Bundestag hat am 22. Juni 2007 den gesetzlichen Rahmen für die Zuteilung von Emissionsrechten in der zweiten CO2-Handelsperiode von 2008 bis 2012 beschlossen. Am 6. Juli 2007 gab auch der Bundesrat dafür grünes Licht. Deutschland kann ab 2008 jährlich Emissionszertifikate für 453 Mio. Tonnen CO2 an Industrie und Versorger vergeben – rund 11 % weniger als in der abgelaufenen ersten Handelsperiode (2005 bis 2007). Während die energieintensiven Industrien (etwa Chemie, Zement und Stahl) weiterhin 98,75 % der benötigten Zertifikate gratis erhalten, wird die staatliche Zuteilung vor allem bei den Stromversorgern gekürzt. Weitere Belastungen für die Energieversorger ergeben sich dadurch, dass aus ihrem Kontingent jährlich Zertifikate für 40 Mio. Tonnen CO2 versteigert werden.
Die Berechtigungen werden nach einem Mischsystem auf Basis von Benchmarks und historischen Emissionen zugeteilt. Dabei werden brennstoffabhängige Emissionsnormwerte für Erdgas (365g CO2/kWh) und Kohle (750g CO2/kWh) angesetzt, die sich an der besten verfügbaren Technik orientieren. Eine gesonderte Benchmark für Braunkohlekraftwerke gibt es nicht. Die Zuteilung für ältere und damit ineffizientere Kraftwerke wird über eine Malusregelung zusätzlich gekürzt. Bei der Vergabe der Emissionsrechte wird für bestehende Anlagen die jahresdurchschnittliche Auslastung in den Jahren 2000 bis 2005 zugrunde gelegt. Bei Neuanlagen werden sogenannte Standardauslastungsfaktoren verwendet, die bei Gas und Steinkohle 7.500 Stunden und bei Braunkohle 8.250 Stunden pro Jahr betragen.
Anlagenbetreiber dürfen ihre Abgabeverpflichtungen auch mit Zertifikaten erfüllen, die sie durch Klimaschutzprojekte im Rahmen der Kyoto-Mechanismen „Clean Development Mechanism“Glossar (CDM) und „Joint Implementation“Glossar (JI) erworben haben. Die Bundesregierung hat hierfür eine auf die anlagenspezifische Zuteilungsmenge bezogene Obergrenze von 22 % eingeführt.
Derzeit gehen wir davon aus, dass die kostenlose Vergabe von Zertifikaten zwischen 2008 und 2012 rund 60 % unserer Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland abdecken wird. Bei einem erwarteten jahresdurchschnittlichen CO2-Ausstoß in Größenordnung von 140 Mio. Tonnen entspricht dies einer Zuteilung für ca. 85 Mio. Tonnen. In unserem zweiten Kernmarkt Großbritannien veranschlagen wir die Emissionen unseres aktuellen Kraftwerksparks im gleichen Zeitraum auf durchschnittlich 20 Mio. Tonnen pro Jahr; voraussichtlich werden wir für rund 14 Mio. Tonnen bzw. 70 % kostenfreie Zertifikate erhalten.
