

Am britischen Strommarkt lagen die Preise zunächst weit unter Vorjahresniveau, bewegten sich im Herbst aber wieder nach oben. Im Jahresdurchschnitt wurde Grundlaststrom am SpotmarktGlossar mit 29 £ (43 €) je MWh gehandelt; das sind 28 % weniger als 2006. Spitzenlaststrom verbilligte sich um 25 % auf 39 £ (57 €). Die Notierungen lagen damit noch etwas über dem deutschen Niveau. Auch der britische Spotmarkt war durch die milde Witterung und den Preisverfall bei 2007er-Emissionszertifikaten geprägt. Daneben wirkten auch die niedrigeren Gasnotierungen preisdämpfend. In Großbritannien haben Gaskraftwerke einen höheren Anteil an der Erzeugungskapazität als in Deutschland und damit einen stärkeren Einfluss auf die Strompreisbildung. Am Strom-TerminmarktGlossar lagen die Notierungen ebenfalls unter Vorjahresniveau, allerdings nicht so weit wie im SpothandelGlossar. Im Berichtszeitraum wurden Lieferungen für 2008 mit durchschnittlich 41 £ (60 €) je MWh Grundlaststrom abgerechnet und waren damit ebenfalls teurer als in Deutschland. Verglichen mit dem Preis, der 2006 für einen 2007er-Terminkontrakt bezahlt werden musste, verbilligten sie sich um 17 %. In der Spitzenlast sanken die Notierungen um 16 % auf 52 £ (76 €).
RWE verkauft die Stromproduktion der britischen Kraftwerke – ähnlich wie in Deutschland – weitgehend auf Termin. Die im Berichtszeitraum erzielten Erlöse wurden somit durch Preistrends in Vorjahren bestimmt. Da die Notierungen am Terminmarkt bis Mitte 2006 stark gestiegen waren, konnte RWE npower ihre Stromerzeugung für 2007 – ebenso wie RWE Power – zu wesentlich höheren Preisen absetzen als die 2006er-Produktion.
Am britischen Endkundenmarkt haben sich die Strompreise für Industrieunternehmen und Geschäftskunden deutlich verringert. Die Entgelte in diesen Kundensegmenten passen sich über Vertragsklauseln i.d.R. zügig an die Entwicklung am Großhandelsmarkt an. Sie waren in starkem Maße durch den Rückgang der Spotpreise geprägt. Auch bei Haushalten und kleineren Gewerbebetrieben werden die Endkundenpreise wesentlich durch die Entwicklung am Großhandelsmarkt beeinflusst – allerdings mit einiger Verzögerung. Für diese Kundengruppe hat sich die Stromrechnung daher – trotz zwischenzeitlicher Preissenkungen durch die Energieversorger – im Jahresdurchschnitt um 5 bis 10 % erhöht.
In den zentralosteuropäischen Strommärkten entwickelten sich die Endkundenpreise unterschiedlich. Privathaushalte in Ungarn mussten 13 % mehr bezahlen als im Vorjahr. In Polen erhöhte sich das Preisniveau geringfügig, in der Slowakei blieb es stabil.
