Verlauf   
Spotpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Deutschland (Liniendiagramm)
Ein-Jahres-Terminpreise am Strom-Großhandelsmarkt in Deutschland (Liniendiagramm)

Weiterhin hohe Preise im TerminhandelGlossar mit Strom. Die Entwicklung an den europäischen Strom-Großhandelsmärkten wurde maßgeblich von den hohen Brennstoffpreisen geprägt. Ein wichtiger Einflussfaktor war auch der CO2-Emissionshandel. Darüber hinaus zeigt sich in der Entwicklung der Terminpreise, dass die Marktteilnehmer mit langfristig knapper werdenden Stromerzeugungskapazitäten rechnen. Im kurzfristigen SpothandelGlossar kamen preisdämpfende Witterungseffekte zum Tragen.

Im Spothandel an der deutschen Energiebörse EEX wurden Grundlastkontrakte im Jahresdurchschnitt mit 38 € und Spitzenlastkontrakte mit 56 € je Megawattstunde (MWh) abgerechnet. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006 ist das ein Rückgang um 25 bzw. 23 %. Hier schlug sich der Preisverfall bei Emissionszertifikaten für 2007 nieder. In der ersten Jahreshälfte sorgten auch die milden Temperaturen und ein hohes Windenergie-Aufkommen für niedrige Stromnotierungen. Im Herbst zogen die Preise allerdings wieder merklich an, u.a. aufgrund des Stillstands mehrerer deutscher Kernkraftwerke und vermehrter Stromexporte nach Frankreich, wo Streiks und Revisionen die Kraftwerksverfügbarkeit beeinträchtigten. Im deutschen Strom-Terminhandel waren die Notierungen wesentlich höher als am SpotmarktGlossar, was u.a. auf die Preisdifferenzen im CO2-Emissionshandel zurückzuführen ist. Wer sich 2007 für das Folgejahr mit Strom eindeckte, musste durchschnittlich 56 € je MWh (Grundlast) bzw. 79 € je MWh (Spitzenlast) bezahlen. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 kostete ein 2007er-Terminkontrakt 55 bzw. 81 € je MWh.

Um Absatz- und Preisrisiken zu reduzieren, verkaufen wir die Erzeugung unserer Kraftwerke nahezu vollständig auf Termin. Die oben dargestellte Preisentwicklung hatte daher keinen nennenswerten Einfluss auf unsere im Berichtsjahr erzielten Erlöse. Entscheidend war vielmehr, zu welchen Konditionen wir Terminkontrakte für 2007 in den vorangegangenen Jahren abschließen konnten. Dabei profitierten wir davon, dass die Marktnotierungen im Stromhandel seit 2002 nach oben tendieren. Der Preis, den wir beim Verkauf unserer deutschen Stromproduktion für 2007 erzielen konnten, lag im Durchschnitt bei 47 € je MWh. Der Vergleichswert für die 2006er-Produktion betrug 38 €. Daraus errechnet sich ein Anstieg von 24 %.

Die Entwicklung der Strompreise für deutsche Endkunden stellte sich uneinheitlich dar. Industriekunden mussten durchschnittlich 2 % weniger bezahlen als 2006. Hier machte sich die Preisentwicklung am Großhandelsmarkt (insbesondere im Spothandel) bemerkbar. Die Entgelte für Haushalte und kleine Gewerbebetriebe erhöhten sich hingegen um 3 bis 4 %. Generell preissteigernd wirkte die Anhebung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn. Hinzu kam, dass die Belastungen aus dem Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) zunahmen. Nach dem EEG haben die deutschen Netzbetreiber für Stromeinspeisungen aus regenerativen Quellen feste Vergütungssätze zu zahlen, die zumeist erheblich über den Notierungen am Strommarkt liegen. Das Gesetz sieht dabei einen bundesweiten Ausgleichsmechanismus vor: Die gezahlten Vergütungen werden zunächst auf alle Netzbetreiber umgelegt und von diesen über den Strompreis an die Endkunden weiterberechnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) veranschlagt das EEG-Stromaufkommen 2007 auf etwa 67 Mrd. kWh. Das ist ein Drittel mehr als 2006. Stark zugelegt hat die Stromerzeugung aus Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie. Gestiegen ist auch die Durchschnittsvergütung für Einspeisungen nach dem EEG. Sie lag 2007 bei geschätzten 11,06 Cent/kWh gegenüber 10,30 Cent/kWh im Vorjahr. Hier kommt die überproportionale Zunahme der Einspeisung von Solarstrom zum Tragen.


 

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