Ölpreise auf Rekordniveau.
Die Notierungen an den internationalen Rohölmärkten haben im Laufe des Jahres stark angezogen. Der Preis für ein BarrelGlossar der Sorte Brent, der im Januar 2007 noch bei rund 50 US$ gelegen hatte, erreichte im Dezember die vorläufige Rekordmarke von 96 US$. Im Jahresdurchschnitt kostete das Barrel Brent 72 US$ und damit 11 % mehr als im Vorjahr. Ausschlaggebend für das noch moderate Preisniveau zu Jahresbeginn waren die ungewöhnlich milden Temperaturen. Sie dämpften den Verbrauch von Öl und Gas und ließen die Rohölvorräte ansteigen. Im weiteren Jahresverlauf machte sich jedoch zunehmend der Nachfragedruck aus den asiatischen Schwellenländern bemerkbar. Hinzu kamen preiserhöhende Effekte auf der Angebotsseite: Als sich im Laufe des ersten Quartals der Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärfte, befürchteten die Marktteilnehmer Engpässe bei Öllieferungen aus der arabischen Welt. Weiterhin brachten Unruhen in Nigeria große Teile der dortigen Ölproduktion zum Erliegen. Zum Jahresende beunruhigten bürgerkriegsähnliche Zustände in Pakistan die Märkte. Die Mitgliedstaaten der OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder) ergriffen keine wirksamen Maßnahmen, um den Preisanstieg nachhaltig zu bremsen.
Importpreise für Erdgas unter Vorjahresniveau.
Die kontinentaleuropäischen Gasnotierungen werden in starkem Maße von der Preisentwicklung am Ölmarkt bestimmt – allerdings mit einer Verzögerung von mehreren Monaten. Die Preise für Erdgasimporte nach Deutschland gaben bis zur Jahresmitte nach und zogen dann wieder deutlich an. Sie waren durchschnittlich 7 % niedriger als 2006. Im Endkundengeschäft war die Preisentwicklung gleichmäßiger. Für Industriekunden haben sich Gasbezüge leicht verbilligt, für Privathaushalte dagegen etwas verteuert. In Tschechien werden die Gaspreise seit dem 1. April 2007 nicht mehr vom staatlichen Regulierer festgelegt. Die Entgelte haben sich dort für Geschäfts- und Industriekunden im Jahresdurchschnitt um 9 % verringert. Für Privathaushalte sind sie dagegen um 2 % gestiegen.
Auch am britischen Erdgas-SpotmarktGlossar zeigte die Preiskurve zunächst nach unten. Dazu trugen der witterungsbedingte Verbrauchsrückgang und die Inbetriebnahme neuer Import-Pipelines bei. Steigende Rohölpreise und der reparaturbedingte Ausfall einer Nordsee-Pipeline waren ausschlaggebend dafür, dass sie in der zweiten Jahreshälfte wieder anstiegen. Industrieunternehmen und größere Gewerbekunden konnten von der Gaspreisentwicklung insgesamt profitieren. Für Haushalte lagen die Entgelte dagegen – wie in Deutschland – leicht über dem Vorjahresniveau. Dazu trug bei, dass sich die Kosten für den Gastransport und für den Ausgleich von Bedarfsspitzen im Jahresverlauf deutlich erhöhten.
Steinkohlepreise auf Rekordniveau.
Neben Rohöl hat sich auch Steinkohle im zurückliegenden Jahr massiv verteuert. Ende 2007 notierte die metrische Tonne im Rotterdamer SpothandelGlossar mit 127 US$ (inkl. Fracht und Versicherung) gegenüber 67 US$ zu Jahresbeginn. Im Berichtszeitraum kostete sie durchschnittlich 89 US$ und damit 39 % mehr als 2006. Vor allem der hohe Rohstoffbedarf in Indien und China sowie Transport-Engpässe in Südafrika und Australien trieben die Preise nach oben. Außerdem haben sich die Entgelte für Seefrachten stark erhöht. Die Standardroute Südafrika–Rotterdam wurde 2007 mit durchschnittlich 32 US$ je Tonne abgerechnet. Das ist doppelt so viel wie im Vorjahr; zeitweise wurde sogar die Marke von 50 US$ überschritten. Dazu beigetragen haben Abfertigungsstaus für Seeschiffe in den australischen Kohlehäfen, durch die sich die verfügbare Hochseeflotten-Kapazität verringerte.
Der Preis für deutsche Steinkohle wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ermittelt. Er folgt der Entwicklung an den internationalen Märkten, allerdings mit einer Verzögerung von einigen Monaten. Die BAFA-Notierungen lagen in den ersten drei Quartalen 2007 bei 65 € je Tonne SteinkohleeinheitGlossar. Für das vierte Quartal werden 77 € veranschlagt. Damit würde der BAFA-PreisGlossar für 2007 merklich über dem Vorjahreswert (62 €) liegen; ohne die Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro wäre er noch stärker gestiegen.
