Verlauf   

Börsengang von American Water verschoben.

Im Herbst 2007 mussten wir von unserem Vorhaben abrücken, American Water noch bis Jahresende mindestens mit einer Aktienmehrheit an der New Yorker Börse zu platzieren. Grund war, dass sich die Rahmenbedingungen am US-Kapitalmarkt im Jahresverlauf stark verschlechtert hatten. Bei einem Börsengang Ende 2007 hätten wir voraussichtlich nicht den fairen Wert des Unternehmens erzielen können. Wir beabsichtigen, die Mehrheit an American Water möglichst rasch, aber zu einem angemessenen Preis, zu verkaufen.

Niederländische Gasnetzgesellschaften verkauft.

Im Juni 2007 hat RWE Energy ihre niederländischen Gasnetzgesellschaften Obragas Net und Netbeheer Haarlemmermeer an die Stadt Eindhoven abgegeben. Der Wert der Transaktion beläuft sich auf rund 400 Mio. €. Unsere jährlichen Umsatzerlöse verringern sich durch den Verkauf der Netzaktivitäten um rund 50 Mio. €. Wir werden uns in den Niederlanden künftig auf die Stärkung unserer Vertriebsaktivitäten und auf die Stromerzeugung konzentrieren, da die dortige Gesetzgebung eine Ausweitung unserer Netzaktivitäten verbietet.

RWE trennt sich von der Beteiligung an der RAG.

RWE, E.ON und ThyssenKrupp hielten bis zum 30. November 2007 insgesamt 90 % des Aktienkapitals der RAG Aktiengesellschaft. An diesem Tag wurden die Aktienpakete zu einem symbolischen Kaufpreis von jeweils 1 € an die RAG-Stiftung übertragen. Die Aktionäre haben den Wert der RAG-Beteiligung durch ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young detailliert ermitteln lassen. Danach hatten die Beteiligungen keinen positiven Wert. Die drei RAG-Gesellschafter unterstützen mit der Übertragung ihrer Anteile die Umsetzung des von der Bundesregierung mit den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Saarland vereinbarten Konzepts zum Ausstieg aus dem subventionierten deutschen Steinkohlebergbau.

Bundeskartellamt verbietet Erwerb einer Beteiligung an Saar Ferngas.

Das Bundeskartellamt hat uns im März 2007 untersagt, die Mehrheit an der Saar Ferngas AG zu erwerben. Wir haben gegen diese Entscheidung Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. Im Mai 2006 hatten wir mit der RAG Aktiengesellschaft die Übernahme ihres Anteils von 77 % an dem süd-westdeutschen Gasversorger vereinbart. Anfang Juli 2007 trat RAG unter Hinweis auf die Entscheidung des Kartellamts vom Verkaufsvertrag mit RWE zurück. Die Beteiligung an Saar Ferngas ging inzwischen an das luxemburgische Unternehmen ArcelorMittal. Trotzdem halten wir unsere Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf aufrecht. Zum einen messen wir dem Verfahren grundsätzliche Bedeutung für die Beteiligungsstrategie des Konzerns bei, zum anderen wollen wir unsere Rechtsschutzmöglichkeiten wahren.

Deutschlandweiter Stromvertrieb via Internet.

RWE hat die Vertriebsgesellschaft eprimo übernommen, nachdem das Bundeskartellamt die Transaktion im März 2007 genehmigt hatte. eprimo tritt mit einem innovativen internetbasierten Geschäftsmodell am Markt auf. Das Unternehmen hat derzeit 200.000 Privat- und Gewerbekunden. Seit Oktober 2007 vertreiben wir mit eprimo auch Gas über das Internet, ab Herbst 2008 voraussichtlich bundesweit. eprimo ist als Ergänzung zu den klassischen Angeboten der RWE-Regionalgesellschaften gedacht, die sich durch lokale Nähe zum Kunden und persönliche Beratung auszeichnen.

RWE und schweizerische EOS tauschen Stromerzeugung aus Wasserkraft und Steinkohle.

RWE Trading und die schweizerische EOS (Energie Ouest Suisse) haben im August einen Vertrag über den Tausch von Kraftwerks-Tranchen geschlossen. Dabei erhält EOS Strom aus Steinkohlekraftwerken der RWE Power – davon den Großteil auf Optionsbasis – und übernimmt für diese Mengen die Kosten für Brennstoffe und CO2-Zertifikate. Im Gegenzug hat RWE das Recht, Spitzenlasterzeugung aus Wasserkraftwerken von EOS anzufordern. Die Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2009 in Kraft und ist zunächst auf zehn Jahre befristet. RWE wird voraussichtlich Strommengen in einer Größenordnung von 1 Mrd. kWh pro Jahr liefern. Der Vertrag über den Tausch von Kraftwerks-Tranchen hat Modellcharakter: Wir können dadurch kurzfristig und flexibel auf Spitzenlaststrom zugreifen, den wir sonst über die Börse beschaffen müssten. Außerdem verringert sich für uns das CO2-Preisrisiko. Das Tauschgeschäft mit EOS soll der Startpunkt sein für weitere Transaktionen dieser Art, mit denen wir unser Erzeugungsportfolio optimieren wollen.


 

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