Verlauf   

Weiterhin hohe Preise für Öl, Gas und Steinkohle.

Trotz nachlassender Weltkonjunktur wird sich der Nachfragedruck auf den Weltenergiemärkten kaum abschwächen. Ausschlaggebend hierfür ist der hohe Rohstoffbedarf von Schwellenländern wie Indien und China. Dem stehen weiterhin begrenzte Förder- und Transportkapazitäten gegenüber. Zugleich unterliegen die Energiemärkte kurzfristigen Einflüssen, etwa durch Witterungsbedingungen und politische Entwicklungen. Die Lage an den internationalen Ölmärkten blieb auch im Januar 2008 angespannt. Zum Monatsende wurde das BarrelGlossar der Sorte Brent mit 92 US$ gehandelt. Marktsignale deuten auf eine leichte Beruhigung hin. Trotzdem dürfte der Brent-Preis im Jahresdurchschnitt über dem Vergleichswert für 2007 (72 US$ je Barrel) liegen. Wegen der noch immer üblichen Preiskopplung von Gaslieferverträgen an die Entwicklung am Ölmarkt und der zeitlichen Verzögerung in den Preisformeln rechnen wir für 2008 zunächst mit einer Verteuerung von Erdgas. Sollten die Ölpreise fallen, würde sich dies im weiteren Jahresverlauf auch am Gasmarkt widerspiegeln. Bei Steinkohle bewegen sich die Preise weiterhin auf extrem hohem Niveau. Ende Januar kostete die metrische Tonne im Rotterdamer SpothandelGlossar 138 US$ (inkl. Fracht und Versicherung bis Rotterdam). Gegenwärtig ist ein deutlicher Preisrückgang nicht absehbar. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Notierungen im Gesamtjahr mindestens auf dem Niveau von 2007 (89 US$) liegen werden. Gleiches gilt für die deutschen BAFA-Notierungen.

CO2-Emissionshandel: weiterhin hohe Preise für 2008er-Zertifikate.

Im europäischen Handel mit CO2-Emissionsrechten erwarten wir weiterhin hohe Preise. Wie bereits auf den Seiten 46 und 50f dargelegt, sind hier die Rahmenbedingungen verschärft worden. Konnte der Kohlendioxid-Ausstoß in Europa bis 2007 noch vollständig durch staatliche Zertifikatezuteilungen abgedeckt werden, wird dies fortan nicht mehr der Fall sein. Viele große Stromerzeuger müssen daher zusätzliche Zertifikate erwerben. Daneben können sie ihren CO2-Ausstoß durch verringerten Einsatz emissionsintensiver Kraftwerke drosseln. Der Emissionshandel wird die dafür nötigen Preissignale geben. Zertifikate für das laufende Geschäftsjahr notieren bereits seit Monaten stabil nahe der 20-Euro-Marke, meist etwas darüber. Am 31. Januar 2008 wurden sie mit 19 € je Tonne CO2 gehandelt. Einen nennenswerten Preisrückgang halten wir für unwahrscheinlich.

Strompreise europaweit auf hohem Niveau.

Auch die Strompreise werden voraussichtlich hoch bleiben. Dies ergibt sich aus den Markterwartungen zur Entwicklung der Kosten für Brennstoffpreise und CO2-Zertifikate. Daneben ist in vielen europäischen Energiemärkten mit weiterhin knappen Erzeugungskapazitäten zu rechnen. Am deutschen TerminmarktGlossar lagen die Strompreise zuletzt stabil auf hohem Niveau. Grundlastkontrakte für Lieferungen im Jahr 2009 wurden Ende Januar 2007 mit 61 € je MWh gehandelt. In Großbritannien haben die Stromnotierungen seit Mitte 2007 angezogen. Dieser Trend hat sich zuletzt bestätigt. Der Terminpreis für 2009er-Grundlastlieferungen lag Ende Januar bei 51 £ je MWh (68 € je MWh) und damit weit höher als im Vorjahresdurchschnitt. Der RWE-Konzern hat seine Erzeugungsmengen für das laufende Geschäftsjahr bereits zu über 90 % verkauft. Auch für 2009 haben wir einen Teil unserer Stromproduktion am Markt platziert, in Deutschland bereits mehr als 40 %.


 

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