Investitionen in Infrastruktur sind die wichtigste Voraussetzung für künftiges Wachstum. Der Startschuss für das größte Investitionsprogramm in der RWE-Geschichte ist gefallen. Mit durchschnittlich 6,5 Mrd. € Sachinvestitionen pro Jahr werden wir das bisherige Budget um fast ein Drittel aufstocken. Bis 2012 wollen wir damit in Summe mehr als 30 Mrd. € investieren. Jeder zweite Euro entfällt auf Projekte für organisches Wachstum. Zunächst wollen wir die Positionen in unseren beiden größten Märkten, Deutschland und Großbritannien, festigen und möglichst ausbauen. Im Zentrum stehen dabei neue Großkraftwerke, mit denen wir alte Anlagen ersetzen oder Marktanteile dazugewinnen wollen. Die Niederlande sind ein weiterer Schwerpunkt. Für Strom- und Gasnetze sowie Kundenservice werden wir ebenfalls erhebliche Mittel einsetzen. Parallel bereiten wir den Eintritt in neue Märkte vor. Hier liegt unser Augenmerk auf den Wachstumsregionen Südosteuropas, einschließlich der Türkei und Griechenlands. Den russischen Markt prüfen wir derzeit ebenfalls. Diese Märkte sind attraktiv für uns, weil sie wegen vergleichsweise alter Infrastruktur und steigender Strom- und Gasnachfrage langfristig größere Wachstumspotenziale haben als unsere reiferen Märkte. Außerdem bieten sie uns Möglichkeiten, das Regionen-Portfolio des Konzerns breiter aufzustellen. Neue Marktchancen erschließen wir uns auch mit dem Einstieg in den globalen Markt für verflüssigtes Erdgas und das internationale Großpipeline-Geschäft. Hier sind wir zwar schon aktiv, haben aber noch nicht die kritische Masse erreicht, um im internationalen Wettbewerb eine Rolle zu spielen. Im Midstream-Markt wollen wir unsere Gasposition als Ein- und Verkäufer schrittweise um insgesamt 50 % auf 60 Mrd. m3 pro Jahr erhöhen. Als Plattform dient uns dabei der neue Unternehmensbereich RWE Supply & Trading, der durch die Zusammenführung von RWE Trading und RWE Gas Midstream entstehen wird. Hier werden wir alle nicht regulierten Midstream-Aktivitäten (Transport, Speicherung, Beschaffung, Handel) unter ein Dach bringen. In der Gasförderung wollen wir die Produktion bis 2013 verdoppeln und damit unsere Abhängigkeit von Gaszukäufen weiter verringern. Eine längerfristige Wachstumsstrategie verfolgen wir auf dem Gebiet der Kernenergie. In drei osteuropäischen Märkten – Bulgarien, Rumänien und Litauen – werden in diesem Jahr die Weichen für Kraftwerksneubauprojekte gestellt. Wir beteiligen uns an den Bieterprozessen für diese Vorhaben. Parallel prüfen wir den Einstieg in künftige Neubauprojekte in Großbritannien.
Erheblicher Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.
Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse sollen in unserem künftigen Kraftwerksportfolio einen wesentlich höheren Stellenwert haben. Damit wollen wir am Marktwachstum bei diesen Energieträgern partizipieren, aber gleichzeitig auch unsere CO2-Bilanz verbessern. In Großbritannien sind wir bereits einer der führenden Produzenten von Strom aus regenerativen Energien. Mit der zum 1. Februar 2008 gegründeten RWE Innogy wollen wir diese Position auf europäischer Ebene erreichen. Wir haben das Ziel, unsere Kraftwerkskapazität aus erneuerbaren Energien bis 2012 auf 4,5 GW auszubauen, und werden dafür im Jahresdurchschnitt mindestens 1 Mrd. € investieren. RWE Innogy bündelt unsere Kompetenzen auf diesem Gebiet und hat die für diesen fragmentierten Markt erforderliche schlanke und flexible Organisation.
Nachhaltige CO2-Vermeidung.
Der EU-Emissionshandel führt zu erheblich steigenden Kosten in der Stromerzeugung. Wir stellen uns dieser Herausforderung, indem wir unsere CO2-Emissionen deutlich senken. Alle unsere großen Investitionsprojekte in der Stromproduktion haben dieses Ziel. Für den Zeitraum bis 2012 haben wir ein Vermeidungspotenzial von über 20 % unserer Emissionen des Jahres 2006 ermittelt. Bis 2015 halten wir einen Wert von über 30 % für erreichbar. Die wichtigsten Instrumente dafür sind der Ersatz bestehender emissionsintensiver Kraftwerke, der Ausbau erneuerbarer Energien, der Weiterbetrieb der deutschen Kernkraftwerke sowie CO2-Vermeidungsprojekte außerhalb unserer Kernmärkte im Rahmen der Kyoto-Mechanismen „Clean Development Mechanism“Glossar (CDM) und „Joint Implementation“Glossar (JI).
Selektive Akquisitionsstrategie.
Akquisitionen sind ebenfalls Teil der Strategie-Agenda 2012. Wir prüfen permanent neue Projekte, die uns Einstiegschancen in den genannten Märkten eröffnen. Allerdings hat die aktuelle Konsolidierungswelle im europäischen Versorgersektor vielfach zu – aus unserer Sicht unvertretbar – hohen Preisen für Unternehmen geführt. Wir bieten nur dann mit, wenn unsere Finanzkriterien erfüllt sind. So müssen Akquisitionen spätestens im dritten vollen Jahr nach der Erstkonsolidierung ihre Kapitalkosten erwirtschaften.
