(22) Berichterstattung zu Finanzinstrumenten |
Die originären Finanzinstrumente umfassen auf der Aktivseite im Wesentlichen die Finanzanlagen, die Forderungen, die Wertpapiere des Umlaufvermögens und die flüssigen Mittel. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte sind mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die beizulegenden Zeitwerte ergeben sich aus den Börsenkursen oder werden auf der Grundlage anerkannter Bewertungsmethoden ermittelt. Auf der Passivseite enthalten die originären Finanzinstrumente im Wesentlichen die zu Anschaffungskosten bewerteten Verbindlichkeiten. Der Bestand an originären Finanzinstrumenten wird in der Bilanz ausgewiesen, die Höhe der finanziellen Vermögenswerte gibt das maximale Ausfallrisiko an. Soweit bei den finanziellen Vermögenswerten Ausfallrisiken erkennbar sind, werden diese Risiken durch Wertberichtigungen erfasst.
Der RWE-Konzern ist als international tätiges Multi-Utility-Unternehmen im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Währungs-, Commodity- und Zinsänderungsrisiken ausgesetzt. Die Unternehmenspolitik des RWE-Konzerns ist die Begrenzung dieser Risiken durch ein systematisches Risikomanagement. Aus diesem Grunde wird diesen Risiken u.a. durch Sicherungsgeschäfte begegnet. Derivative Finanzinstrumente werden zur Absicherung folgender Risiken eingesetzt: Währungs-, Commodity- und Zinsrisiken aus dem operativen Geschäft sowie Risiken aus Geldanlagen und Finanzierungsvorgängen. Als Instrumente dienen dabei vor allem Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zins-Währungs-Swaps, Commodity-Termingeschäfte, Commodity-Optionen, Commodity-Swaps sowie Zins-Swaps.
Unsere Konzernunternehmen unterliegen einem strikten Risikomanagement. Handlungsrahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen sind in internen Richtlinien verbindlich festgelegt. Derivative Finanzinstrumente dürfen demnach grundsätzlich nicht zu Spekulationszwecken eingesetzt werden, sondern dienen der Absicherung von Risiken im Zusammenhang mit dem operativen Geschäft. Für den Commodity-Bereich hat das zentrale Risikomanagement Richtlinien aufgestellt, nach denen Commodity-Derivate zur Absicherung von Preisrisiken, zur Reoptimierung des Kraftwerkseinsatzes sowie zur Margenerhöhung eingesetzt werden dürfen. Darüber hinaus ist in engen Limiten der Handel mit Commodity-Derivaten erlaubt. Die Limite werden durch unabhängige organisatorische Einheiten festgelegt und auf täglicher Basis überwacht.
Kreditrisiken gegenüber Vertragspartnern werden systematisch bei Vertragsabschluss geprüft und laufend überwacht. Darüber hinaus wird das Kreditrisiko durch geeignete Formen der Besicherung vermindert.
Bilanzielle Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39 bestehen vor allem zur Sicherung von Währungsrisiken aus Beteiligungen mit ausländischer Funktionalwährung sowie zur Sicherung von Fremdwährungsverbindlichkeiten und Zinsrisiken aus langfristigen Verbindlichkeiten.
Fair-Value-Sicherungsbeziehungen
Fair-Value-Sicherungsbeziehungen bestehen vor allem zur Absicherung von festverzinslichen Ausleihungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber Marktpreisrisiken. Als Sicherungsinstrumente dienen Zins-Swaps und Zins-Währungs-Swaps. Bei Fair-Value-Sicherungsbeziehungen werden sowohl das Derivat als auch das Grundgeschäft hinsichtlich des abgesicherten Risikos erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen
Cash-Flow-Sicherungsbeziehungen bestehen vor allem zur Absicherung variabel verzinslicher Ausleihungen und Verbindlichkeiten gegenüber Zinsänderungsrisiken sowie zur Absicherung von Fremdwährungs- und Preisrisiken aus künftigen Umsätzen und Beschaffungsgeschäften. Die Fair-Value-Änderungen der eingesetzten Sicherungsgeschäfte werden im Other Comprehensive Income im Eigenkapital erfasst, bis das Grundgeschäft realisiert wird. Im Realisationszeitpunkt des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsgeschäfts aus dem Other Comprehensive Income aus- und in die Gewinn- und Verlustrechnung eingebucht.
Sicherung von Währungsrisiken aus Beteiligungen mit ausländischer Funktionalwährung (Hedge of a Net Investment in a Foreign Entity)
RWE sichert einen großen Teil der Fremdwährungsrisiken aus den Beteiligungen mit ausländischer Funktionalwährung mit Hilfe von Anleihen verschiedener Laufzeiten in der entsprechenden Währung sowie mit Zins-Währungs-Swaps. Jedes Sicherungsgeschäft wird einem Grundgeschäft zugeordnet. Währungskursänderungen aus den sichernden Anleihen sowie Fair-Value-Änderungen der sichernden Zins-Währungs-Swaps fließen in die Währungsumrechnungsdifferenz im Other Comprehensive Income ein.
Bei der Interpretation der positiven und negativen beizulegenden Zeitwerte bei den derivativen Finanzinstrumenten ist zu beachten, dass ihnen mit Ausnahme des vergleichsweise geringen Handelsvolumens im Commodity-Trading Grundgeschäfte mit kompensierenden Risiken gegenüberstehen. Alle derivativen Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert. Unabhängig vom Zweck sind alle derivativen Finanzinstrumente mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.
Die Laufzeit für derivative Zins-, Währungs- und Commodity-Derivate orientiert sich an der Laufzeit der zu Grunde liegenden Grundgeschäfte und liegt damit überwiegend im kurz- bis mittelfristigen Bereich. Bei der Absicherung des Fremdwährungsrisikos von Auslandsbeteiligungen sind längere Laufzeiten von bis zu 30 Jahren vereinbart.
Das Nominalvolumen der im Folgenden dargestellten Derivate wird unsaldiert angegeben. Es stellt die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge dar, die den Derivaten zu Grunde liegen. Die Höhe des Nominalvolumens erlaubt Rückschlüsse auf den Umfang des Einsatzes von Derivaten, gibt aber nicht das Risiko des Konzerns aus dem Einsatz von Derivaten wieder.
Zinsänderungs- und Währungskursrisiken bei Finanzinstrumenten werden – dem internationalen Bankenstandard entsprechend – nach der Value-at-Risk-Methode gemessen. Auf der Basis historischer Wertschwankungen wird mit einem Konfidenzintervall von 99 % und einer Haltedauer von einem Tag das maximale Verlustpotenzial, das sich aus der Veränderung von Marktpreisen ergeben könnte, berechnet und laufend überwacht.

Der RWE Konzern